Finance News | Mittwoch, 10. März 2010 11:43 | 76418

Zürich - Die Aktien von Swiss Re haben am Mittwoch nach einem sehr schwachen Beginn bis um 11 Uhr die Kursverluste deutlich abgebaut. Der Rückversicherer gab heute Morgen bekannt, dass für die Naturkatastrophen in Chile und Europa von Ende Februar insgesamt rund 600 Millionen Dollar an Schadenbelastungen anfallen werden.



Aktienfokus Swiss Re: Kosten für Naturkatastrophen belasten

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 Swiss-Re-CEO Stefan Lippe.
 

Vor allem die Kosten in Chile dürften die Erwartungen übertroffen haben. Bis um 11.20 Uhr büssen Swiss Re noch 0,4% auf 50,00 CHF ein, gestartet sind die Titel gar mit einem Minus von 2,5%. Der Gesamtmarkt (SMI) gibt derweil um 0,16% nach. Das Erdbeben in Chile kostet Swiss Re rund eine halbe Milliarde Dollar. Diese erste grobe Einschätzung basiert auf der aktuellen Schadeneinschätzung für die gesamte Versicherungsindustrie von rund 4,0 bis 7,0 Mrd USD. Die eigene Schadenbelastung für den Wintersturm Xynthia schätzt Swiss Re auf 100 Mio USD.

Munich Re ähnlich engagiert
Die von Swiss Re geschätzte Kosten von einer halben Milliarde Dollar für Chile liegen am oberen Ende des von der Bank Vontobel prognostizierten Bereichs von 200 bis 500 Mio CHF (umgerechnet 186 bis 467 Mio USD). Die Zahlen von Swiss Re liessen sich aber mit jenen des wichtigsten Konkurrenten Munich Re vergleichen, schreibt Analyst Stefan Schürmann. Munich Re rechnet in Chile mit 500 Mio EUR (680 Mio USD) und für Xynthia mit 100 Mio EUR (136 Mio USD).

Abwärtstrend bei den Rückversicherungspreisen bleibt
Mit dem Erdbeben in Chile sei im laufenden Jahr der erste grosse Vorfall mit Blick auf Schadenansprüche infolge von Naturkatastrophen eingetroffen, so Stefan Schürmann weiter. Der Abwärtstrend bei den Rückversicherungspreisen dürfte damit allerdings noch nicht zu stoppen sein. Dazu sei mehr als ein grosses Schadenereignis nötig.

Deutlich höhere Combined Ratio erwartet
Auch laut Georg Marti von der ZKB ist der Schadenaufwand für die beiden Naturkatastrophen für Swiss Re "bedeutend". Somit sei im Jahr 2010 mit einer deutlich höheren Combined Ratio zu rechnen. Allerdings hatte der ZKB-Analyst nach dem relativ schadenarmen Jahr 2009 in den Projektionen für das laufende Jahr generell wieder mit einer höheren Schadenbelastung - insbesondere aus Naturkatastrophen - gerechnet.
Die beiden Ereignisse dürften gemäss Stefan Schürmann die Combined Ratio von Swiss Re im Gesamtjahr mit rund 4,5 Prozentpunkten belasten. Für Verluste aus Naturkatastrophen seien aber gewöhnlich 7 Prozentpunkte budgetiert.

Einschätzungen werden belassen
Die Swiss Re-Aktie habe sich unmittelbar nach dem Chile-Erdbeben kurzzeitig etwas schwächer gezeigt, so Marti weiter. Die heutigen Angaben dürften diese ersten Erwartungen jedoch übertreffen, was weiteren Druck auf den Kurs ausüben werde.
Die ZKB belässt die Einschätzung auf "Marktgewichten", die Bank Vontobel auf "Hold" mit einem Kursziel von unverändert 54 CHF. Auch Tim Dawson von der Bank Helvea nimmt nach den Nachrichten zu den beiden Naturkatastrophen keine Anpassungen vor und belässt die Einschätzung auf "Neutral" bei einem Kursziel von 59,20 CHF. (awp/mc/ps/16)



• Swiss Re

• Munich Re

• SIX Swiss Exchange


  • Swiss Re: Schadenbelastung in Chile von 500 Mio Dollar
    Zürich - Die Swiss Re schätzt die eigene Schadenbelastung durch das Erdbeben in Chile auf etwa 500 Mio USD und jene durch den Wintersturm Xynthia, der über Europa zog, auf 100 Mio USD. Die Unsicherheiten bei der Schadenschätzung nach Katastrophen wie solchen in Chile seien allerdings beträchtlich, teilt der Rückversicherer am Mittwoch mit.
  • Munich Re bekräftigt Gewinnziel trotz Chile und Xynthia
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