Börse CH Handelsverlauf | Montag, 8. Februar 2010 13:15 | 74916

Zürich - Die Schweizer Börse präsentiert sich am Montagmittag etwas fester, allerdings sind die Gewinne aufgrund fehlender Anschlusskäufe geschwunden. Das Thema "Schuldenkrise" in Südeuropa sei mitnichten vom Tisch, warnen Beobachter. Händler sprechen denn auch von einer kleinen technischen Erholung auf den Kursrutsch vom vergangenen Freitag.



CH-Verlauf: Gewinne schwinden - fehlende Anschlusskäufe

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Gestützt wird der Markt an einem eher nachrichtenarmen Tag von Avancen in den grosskapitalisierten Nestlé und Roche. Der Fokus der Anleger richte sich auf die in den nächsten Tag erwartete Zahlenflut von Unternehmen. So wird die UBS am morgigen Dienstag das Ergebnis 2009 vorlegen, am Donnerstag folgt die Credit Suisse. Die Banken stehen allgemein mit der Steueraffäre und der Frage nach der Abschaffung des Bankgeheimnisses unter erhöhter Beobachtung.

Um 12 Uhr notiert der SMI 0,13% höher 6'272,46 Punkten. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) sinkt hingegen um 0,28% auf 954,36 Punkte, während der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,08% auf 5'423,27 Punkte gewinnt.

Die Grossbankenaktien tendieren erneut schwächer. UBS (-0,7%) wie Credit Suisse (-2,0%) sind im Tagesverlauf und im Vorfeld der Ergebnispublikation deutlich zurückgefallen. Die Frage, welche Bank um welche Kundendaten bestohlen wurde, hänge unverändert im Raum, hiess es im Handel.

Mit Jahreszahlen bereits an die Öffentlichkeit getreten ist Ende letzter Woche Julius Bär, deren Aktien sich um weitere 2,8% verbilligen. Gleich mehrere Analysten nahmen nach der Ergebnispräsentation eine Reduktion ihrer Gewinnschätzungen vor. Die ungewisse Zukunft des Bankgeheimnisses belaste insbesondere die Vermögensverwalter, sagten Händler.

Zur Schwäche neigen auch die Versicherer. Allen voran Swiss Re büssen deutlich um 3,7% ein. Händler führen die Abgaben auf die Angst vor negativen Auswirkungen der Probleme Griechenlands und Spaniens im Wertschriftenportfolio des Rückversicherers zurück. Swiss Re drohe auch auf den Kreditabsicherungstransaktionen finanzielle Einbussen, wird spekuliert.

Auch bei ZFS (+0,1%) scheine die Luft nach dem Kurssprung zu den Jahresergebnissen etwas draussen, hiess es.

Der hiesige Börsenplatz wird massgeblich von den Avancen in Nestlé (+1,3%) und Roche (+1,0%) gestützt. Letztere profitieren laut Händlerangaben nach den Kursverlusten vom Freitag von Gelegenheitskäufen. Novartis gehen um 0,6% zurück.

Mit deutlichen Aufschlägen zeigen sich Syngenta (+1,1%), nachdem die Titel bereits am Freitag nach Jahreszahlen etwas zugelegt hatten. Die UBS-Analysten haben lobende Worte für den Agrochemiekonzern gefunden und das Kursziel erhöht.

Mit positiven Vorzeichen notieren auch zyklische Werte wie ABB (+0,4%) und Holcim (+0,7%). Swatch (-0,3%) profitieren hingegen nicht von einer satten Kurszielerhöhung durch JP Morgan auf 300 von 157 CHF. Der Uhrenhersteller wird am morgigen Dienstag das Jahresergebnis präsentieren.

Auch im breiten Markt ist die Nachrichtenlage eher dünn. Einzig die Energiedienst Holding hat Jahreszahlen vorgelegt, die Titel steigen um 1,7%. Analysten sprechen von "erfreulichen" Zahlen.

Die grössten Gewinne gehen in der zweiten Reihe auf Inficon (+6,8%), Precious Woods (+5,2%), Valora (+3,4%) und Orascom (+2,9%), während Edisun (-4,6%), Santhera (-4,3%) und Tornos (-4,2%) deutlicher zurückgenommen werden. (awp/mc/ps/15)



• SIX Swiss Exchange


  • Steueraffäre: Nervenkrieg geht weiter
    Bern - Der Nervenkrieg zwischen Bern und Berlin hat sich am Wochenende fortgesetzt. Die Finanzminister beider Länder lieferten sich ein "Fernduell" um das Bankgeheimnis. Derweil kündigte Bayern als drittes Bundesland an, man prüfe den Ankauf von Steuersünder-Daten. Das komme aber nur in Frage, wenn der Anbieter die Daten auf rechtsstaatlichem Wege erworben habe.
  • UBS-Ökonomen erklären Rezession als vorbei
    Zürich – Die Rezession in der Schweiz ist vorbei. Die Wirtschaft wächst wieder. UBS prognostiziert für 2010 ein Wirtschaftswachstum von 2,0%. Bisher hatten die UBS-Ökonomen mit einem Wachstum von 1,7% gerechnet. Die Zuwanderung wird den Konsum auch 2010 stützen, dagegen wird der erwartete Anstieg der Arbeitslosigkeit die Konsumausgaben negativ beeinflussen.
  • Basler Zeitung an Tito Tettamanti verkauft
    Basel - Die Verlegerfamilie Hagemann und die Publigroupe verkaufen ihre Anteile an der "Basler Zeitung Medien" (BZM) an die Investoren Tito Tettamanti und Martin Wagner. Die Basler Zeitung soll als eigenständige, unabhängige Zeitung weiterbestehen bleiben, wie aus einer Mitteilung des Medienunternehmens vom Montag hervorgeht.
  • Euro kaum erholt von starken Vortagesverlusten
    Frankfurt am Main - Der Euro hat sich zu Wochenbeginn kaum von seinen starken Kursverlusten in der Vorwoche erholen können. Am Montagmorgen kostete die europäische Gemeinschaftswährung 1,3630 Dollar und damit nur geringfügig mehr als am Freitag. Ein Dollar war 0,7337 Euro wert. Die (EZB) hatte den Referenzkurs am Freitag auf 1,3691 Dollar festgesetzt.
  • Arbeitslosenquote steigt im Januar auf 4,5 Prozent
    Bern - Die Zahl der Arbeitslosen in der Schweiz ist im Januar gegenüber dem Vormonat um 3'025 Personen gestiegen und lag per Ende Monat bei 175'765. Die Arbeitslosenquote stieg damit auf von 4,4% auf 4,5%. Die saisonbereinigte Ziffer sank dagegen von 4,2% auf 4,1%. Gegenüber dem Vorjahresmonat stieg die Zahl der Arbeitslosen um 47'335 Personen oder 36,9%.
  • Bucher Landtechnik übernimmt Vertrieb von Kuhn Landmaschinen
    Niederweningen - Die Bucher Industries AG richtet das Händlernetz des Bereiches Kuhn Group neu aus. Dabei übernimmt die Bucher Landtechnik ab September 2010 den Vertrieb Schweiz der Landmaschinen der Kuhn Group. Damit werde die Marktposition von Bucher Landtechnik im Handel mit Traktoren und Landmaschinen weiter ausgebaut.
  • Detailhandel: Umsätze stiegen im Dezember um 4,7 Prozent
    Neuenburg - Die Schweizer Detailhandelsumsätze (total) sind im Dezember 2009 gegenüber dem entsprechenden Vorjahresmonat real, das heisst teuerungsbereinigt um 4,7 Prozent angestiegen. Die nominalen Umsätze nahmen um 3,9 Prozent zu, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) aufgrund provisorischer Ergebnisse am Montag mitteilte.
  • CH-Eröffnung: Erholt in die neue Woche - Gegenreaktion auf Freitag
    Zürich - Die Schweizer Börse ist mit festeren Notierungen in die neue Handelswoche gestartet. Händler sprechen von einer leichten Erholung auf den Kursrutsch vom vergangenen Freitag, als der SMI um über 2% nachgelassen hatte. Die Gegenbewegung an der Wall Street vor dem Wochenende im späten Geschäft gebe hierzulande erst einmal die Richtung vor, hiess es.
  • CS für "Best Private Banking Services Overall" ausgezeichnet
    Zürich - Die Credit Suisse ist gemäss der Fachzeitschrift Euromoney die Bank mit den "Best Private Banking Services Overall". Damit zeichnet Euromoney die Credit Suisse dafür aus, im internationalen Vergleich die besten Private-Banking-Dienstleistungen zu erbringen. Diese Anerkennung sind das Resultat der Private-Banking-Umfrage 2010 von Euromoney.
  • EU-Verlauf: Freundlich - Anfangsplus bröckelt, Finanz- und Minenwerte höher
    Paris - Moderat erholte Finanzwerte und höhere Rohstoffpreise haben den europäischen Börsen am Montag Auftrieb gegeben. Allerdings bröckelten die Gewinne bis zum Mittag nach einer festen Eröffnung spürbar ab. Nach drei Verlusttagen in Folge stand der Leitindex EuroStoxx 50 am Mittag noch mit 0,54 Prozent im Plus bei 2.645,73 Zählern.
  • Ölpreise legen zum Wochenstart leicht zu
    New York - Die Ölpreise sind am Montag leicht gestiegen. Gegen Mittag kostete ein Barrel der US-Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) mit Auslieferung im März 71,24 US-Dollar und damit fünf Cent mehr als am Freitag. Der Preis für ein Fass Rohöl der Nordseesorte Brent zur Auslieferung im März erhöhte sich um sechs Cent auf 69,65 Dollar.
  • IHAG Kommentar Aktienmärkte: Zeitpunkt für Einstieg gekommen?
    Zürich - Wie befürchtet setzten die Aktienmärkte in der vergangenen Woche ihren Abwärtstrend fort, wobei die Kursverluste in Europa (Wochenverlust Stoxx 50: -4.2%) höher ausfielen als in den USA (S&P500: -0.7%). Der SMI beendete die Woche mit einem Minus von 2.7%. Die Börsen in Europa litten derweil hauptsächlich unter schwachen Bankwerten.
  • US-Eröffnung: Uneinheitlich - Sorgen über Euro-Finanzen halten an
    New York - Die Börsen in New York haben sich am Montag uneinheitlich entwickelt. Im frühen Handel rutschte der Dow Jones wieder unter die Marke von 10.000 Punkten und verlor 0,16% auf 9.996,44 Zähler. Für den S&P-500-Index ging es derweil um 0,05% auf 1.066,67 Punkte hoch. An der Nasdaq gewann der Composite-Index um 0,02% auf 2.141,64 Punkte.
  • EU-Schluss: Gewinne - Euro-Finanzen halten Anleger gefangen
    London - Die europäischen Börsen haben am Montag nach drei Verlusttagen in Folge wieder mit Gewinnen geschlossen. Der EuroStoxx 50 schloss mit 1,24 Prozent im Plus bei 2.664,29 Zählern. Der Pariser CAC-40-Index gewann 1,22 Prozent auf 3.607,27 Punkte, in London rückte der FTSE 100 um 0,62 Prozent auf 5.092,33 Punkte vor.


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