Finanz-Glosse | Sonntag, 9. August 2009 10:40 | 67041

«Man stelle sich vor, man kommt in alkoholisiertem Zustand in eine Verkehrskontrolle und der Polizist hat kein Messgerät dabei. Deshalb überlässt er es dem Besoffenenen selbst seine Fahrtauglichkeit einzuschätzen. Die völlig alkoholisierte Deutsche Bank darf weiterfahren, weil Sie den tatsächlichen Alkoholgehalt von 3% (eine völlige Vergiftung mit toxischen Wertpapieren) auf nur noch 0,5% einstuft.»



Artur P. Schmidt: Was, wenn die Deutsche Bank eigentlich pleite ist?

67041img
 Sonnenkönig, Prügelknabe, «bad guy» oder einfach doch besser als alle anderen? Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann.
 

Von Artur P. Schmidt
info@wissensnavigator.com

Von Extrembergsteigern wissen wir, dass sie sich jenseits der Sargzone befinden, wenn Sie eine senkrechte Wand ohne Sicherung hochklettern. Ein Absturz ist absolut tödlich. Von Bankern wussten wir dies bisher nicht, bis sie sich auf den Weg machten senkrechte Derivate-Berge anzuhäufen, dort ohne Seil hochzuklettern und ihre spekulativen Absturzrisiken ausserhalb der Bilanz zu positionieren. Josef Ackermann kletterte mit seiner Bankster-Vorstandscrew seit Jahren ohne Seil um spektakuläre 25 Prozent Gewinne einzusammeln bevor sie kollektiv abstürzten. Doch anders als bei einem Bergsteiger, der bei einem Fehltritt keine Überlebenschance hat, rief «Papa Joe» sofort nach der Bad Bank, um dem Volk die Kosten für seinen Sturz aus der Steilwand aufzuhalsen. Die Deutsche Bank, durch Bilanzmanipulationen wiederbelebt, eigentlich jedoch pleite, ist das Paradebeispiel für eine Bank die angebliche Milliardengewinne realisiert, während der Rest der Realwirtschaft durch die einstürzenden Derivate-Himalayas und die daraus folgende Kreditklemme begraben wird.

Der Besoffene schätzt sich selbst ein
Josef als «Hans-Dampf-in-allen-Gassen» Ackermann rühmte sich nicht nur, keine Staatshilfe zu brauchen, vielmehr versäumt er keine Gelegenheit, sich und seinen Vorstandskollegen zu beweisen, dass er als Gladiator der «Last Man Standing» im globalen Banken-Kolosseum ist. Mit Hilfe neuer Bewertungsansätze gelang es dem Shooting Star unter den Bankster-Vollversagern sogar seine Level 3 Assets von 80 Milliarden auf 64 Milliarden Euro zu senken, indem die Schätzpreise neu fixiert wurden. Ein Meisterleistung des Selbstbetruges - oder sollten wir hier nicht besser eine Analogie aus dem Alltag heranziehen? Man stelle sich vor, man kommt in alkoholisiertem Zustand in eine Verkehrskontrolle und der Polizist hat kein Messgerät dabei. Deshalb überlässt er es dem Besoffenenen selbst seine Fahrtauglichkeit einzuschätzen. Die völlig alkoholisierte Deutsche Bank darf weiterfahren, weil Sie den tatsächlichen Alkoholgehalt von 3 Prozent (eine völlige Vergiftung mit toxischen Wertpapieren) auf nur noch 0,5 Prozent einstuft. Eine Wiederbelebung in Millisekunden durch eine bilanztechnische Fälschung ist somit heute scheinbar die Lösung aller Vergiftungsprobleme.

Neue Überschwemmungskatastrophe?
Der Zaubertrick erinnert an den berühmten Zauberer Merlin. Obwohl die Bank eigentlich bereits 2,5 Mal pleite war, ist sie durch einen neuen Bilanzierungstrick jetzt nur noch 2 Mal pleite. Um ihre Wertschriftenbestände neu bewerten zu können, die durch die deflationäre Krise völlig abgewertet wurden, mussten die Banken massiven Druck auf die Politik zum Initialisieren einer Gelddruckorgie ausüben, um nicht instantan Konkurs zu gehen. Kann es sein, dass die bisherigen Verluste der Banken nicht über-, sondern unterschätzt worden sind? Scheingewinne bei Bankaktien taugen deshalb aktuell wenig dazu, Rückschlüsse auf das Ende der Weltwirtschaftskrise zu ziehen, im Gegenteil: Sollte sich ein neuer Hurrikan im Derivatemarkt zusammenbrauen, könnte es zu einer Überschwemmungskatastrophe kommen wie bei der Katastrophe von Longarone in Italien. Das Aufstauen des Stausees Vaiont führt dazu, dass das Wasser den Berg Toc 1963 zum Rutschen brachte. 260 Millionen Kubikmeter Dolomiten-Gestein stürzten in den Stausee, wobei eine riesige Flutwelle zwei Dörfer überschwemmte und durch diesen vorsätzlichen Mord bis zu 3000 Menschen starben.

Wette auf die Dummheit der Politiker
Ein ähnliches Verbrechen an den Finanzmärkten - verübt an der Allgemeinheit - wurde auch von denjenigen Bankstern geplant, die ausufernde Eigenkapitalrenditen vorgaben. Der Tod des Systems wurde eingeplant, ohne die Bürger zu warnen, weil man wusste, dass man auf einen Bailout und damit auf das Abwälzen des eigenen Versagens auf die Steuerzahler zählen konnte. Das Kalkül war klar: Politiker sind dumm genug um dieses Spiel mitzuspielen, weil man sich dort keine Wachstumsschwäche leisten kann. Und schon konnte Ackermann tief in seine Trickkiste greifen, um durch Bewertungs- und Buchungstricks aus Verlusten Gewinne zu generieren. Doch wo kommen die wundersamen Gewinne her? Diese stammen aus dem extrem risikoreichen Investmentbanking, dort, wo man eigentlich kurz zuvor von der Nordwand gestürzt ist. Beim Privat- und Firmenkundengeschäft brachen die Gewinne um mehr als 80 Prozent ein und die Vermögensverwaltung schloss sogar mit einem Verlust ab. Gesamtökonomisch sind die Kredite an Firmen ausserhalb des Finanzsektors um mittlerweile 35 Milliarden Euro gefallen. Der Sargdeckel für die Real-Ökonomie ist somit gelegt und dem Zinswucher wurde Tür und Tor geöffnet. Die Deutsche Bank hat im 2. Quartal 2009 rund 1,1 Milliarden Euro verdient, vor allem mit dem Anleihegeschäft. «Die Deutsche Bank ist ein Gewinner der Krise» hiess es sogar beim Analysehaus Independent Research. Während sich Ackermann Geld bei der EZB für 1 Prozent leiht, verleiht er es an Unternehmen nur noch zu 10 Prozent und mehr weiter. Mit einer derartigen kriminellen Ausbeutung kann selbst der dümmste Banker Gewinne machen.

Was wenn der Aufschwung ausbleibt?
Ackermann braucht den Aufschwung, um sein Schwarzes Finanzloch in den Derivaten zu verstecken. Bleibt dieser aus, kann die nächste Zeitbombe, die 500 Milliarden Dollar Risikokredite in der US-amerikanischen Bauindustrie, platzen. Der Zusammenbruch des Marktes für Geschäftsimmobilien dürfte dann eine riesige Insolvenzwelle auslösen, welche die Massenarbeitslosigkeit in ungeahnte Höhen treiben könnte. Ohne einen massiven Aufschwung wird «Victory Joe» die Deutsche Bank und sich selbst nicht retten können. Deshalb wohl auch der Machtkampf in der Deutschen Bank zwischen dem Aufsichtsratsvorsitzenden Clemens Börsig und Josef Ackermann. Könnte es sein, dass Börsig die Manipulationen satt hat und die Risiken besser kennt als sein Vorstandsvorsitzender? Schliesslich war Börsig von 2002 bis 2006 verantwortlicher Chief Risk Officer der Deutschen Bank. Börsig hat gegen den Sonnenkönig Ackermann aufbegehrt, weshalb dieser nun den eitlen Oberaufseher zur Strecke bringen will. Und bei der Deutschen Bank ist wohl nur deshalb kein Nachfolger in Sicht, weil Ackermann einen echten Kronprinzen nie zugelassen hat. Warum will Ackermann nun den Kopf seines Oberkontrolleurs Clemens Börsig opfern? Was hat er zu verbergen? Ackermann scheint Börsigs starke Kontrolle zu stören. Als Sonnenkönig regiert man bekanntlich ohne Aufsichtsorgan. Ohne den Bilanzfachmann Börsig dürften jedoch dem Schönrechnen der Zahlen und der Risikofreude der Investmentbanker in der Deutschen Bank keine Grenzen mehr gesetzt sein. Willkommen in der Sargzone!


Artur P. Schmidt
Der Wirtschaftskybernetiker Dr.-Ing. Artur P. Schmidt wurde in Stuttgart geboren. Er besuchte im Stadtteil Zuffenhausen das Ferdinand-Porsche-Gymnasium und machte dort das Abitur. Das Studium der Luft- und Raumfahrttechnik in Stuttgart und Berlin schloss er im Alter von 27 Jahren mit  der Bestnote im Fachgebiet Raketentechnik ab, so dass ihm von Prof. H.H. Koelle die Promotion angetragen wurde. Im Alter von 30 Jahren erhielt Artur P. Schmidt den Doktortitel für ein kybernetisches Marktanalyse-Verfahren am Beispiel der Strategischen Planung von Airbus Industries. Nach einer Beratungstätigkeit bei Anderson Consulting sowie als Leiter der Strategischen Analyse der Ruhrgas AG war Dr. Schmidt Stipendiant der Stiftung zur Förderung der systemorientierten Managementlehre und letzter Schüler von Prof. Hans Ulrich, dem Begründer des St. Galler Management-Ansatzes. Während dieser Zeit begann Dr. Schmidt seine publizistische Laufbahn, aus denen Bestseller wie «Endo-Management» und «Der Wissensnavigator» sowie Wirtschaftsbücher wie «Wohlstand_fuer_alle.com» oder «Crashonomics» hervorgingen. Sein neuestes Buch, welches im EWK-Verlag (
www.ewk-verlag.de) erschienen ist, heisst  «Unter Bankstern».

Heute ist Artur P. Schmidt Herausgeber des Online-News-Portals
www.wissensnavigator.com sowie der Finanz-Portale www.bankingcockpit.com, www.wallstreetcockpit.com, www.futurescockpit.com und www.optioncockpit.com sowie Geschäftsführer der Tradercockpit GmbH (www.cockpit.li). Dr. Schmidt ist ein gefragter Keynote-Speaker sowie Kolumnist für zahlreiche Finanzpublikationen.



• Wallstreetcockpit

• Wissensnavigator

• Deutsche Bank


  • Artur P. Schmidt, CEO Unternehmercockpit (Teil 1)
    «Dass mit Philipp Hildebrand ein ehemaliger Hedge Fund-Manager in der obersten Führung der SNB sitzt, der dem Zinssenkungs-Fetischismus huldigt, erhöht das Risiko, dass sich die Schweiz in Bälde in ein zweites Island verwandelt. Dies ist eine ähnliche Fehlbesetzung wie Obamas Finanzminister Timothy Geithner, der als Präsident der New Yorker Fed massgeblich für das Versagen der Bankenaufsicht im Vorfeld der Finanzkrise verantwortlich war.»
  • Artur P. Schmidt, CEO Unternehmercockpit (2. Teil)
    «Das Unternehmercockpit steht für eine völlig neue Form des Risk-Managements. Das vielleicht am wenigsten verstandene Prinzip in den Märkten ist, dass alle Ereignisse voneinander abhängen, rückgekoppelt sind. Für die meisten Akteure bleiben die versteckten Muster in den Märkten aber unverstanden. Deshalb benötigt man eine Art Röntgengerät, die diese sichtbar macht.»
  • Artur P. Schmidt: Der Alpen-Hedge-Fonds
    Das Ausmass der aktuellen Krise in der Schweiz hat auch unmittelbar mit der Grösse unserer Banken zu tun. Ein kritischer Ausblick zeigt weiteres Gefahrenpotenzial, das den Standort Schweiz in seinen Grundfesten erschüttern kann.
  • Artur P. Schmidt: Ist die Fed bankrott?
    Ob die Federal Reserve pleite ist oder nicht, entscheidet niemand anderes als der Markt. Betrachtet man sich die Entwertung des Dollar im letzten Jahrhundert, insbesondere nach dem Zusammenbruch von Bretton Woods, so waren die Erholungsphasen des Dollar immer nur Anlaufphasen zu weiteren Kursstürzen.
  • Artur P. Schmidt: "Unter Bankstern"
    Die Banken haben den Planeten in ein riesiges globales Ponzi-Schema verwandelt. Sie werden fragen, was dies ist? Nun, es ist ein Schnellballsystem, bei dem diese immer mehr Geld von den Kunden einsammeln, Ihnen damit Produkte verkaufen, mit denen nur sie selbst verdienen, bei dem sie darauf hoffen, dass der Kunde die ihm angedrehten Produkte möglichst für immer behält und dann, falls das ganze Kartenhaus dennoch zusammenbricht, den Staat um Hilfe rufen.
  • Artur P. Schmidt: Banken-Armageddon – Der Niedergang der Citigroup
    «Vor lauter strategischen Vorteilen hatte Citigroup-CEO Vikram Pandit den Schuldenwald komplett übersehen, der mittlerweile die Aktie der einst stolzen Bank auf Penny Stock-Niveau gedrückt hat. Mit dem Untergang der Citigroup dürfte nun auch dem letzten Optimisten in den USA klar werden, dass die USA ihre finanzielle Führungsrolle und der Dollar seine Funktion als Leitwährung verloren haben.»
  • Artur P. Schmidt: Der Zombie geht um in Europa
    Notenbanker und Banker haben die grösste Krise ausgelöst, welche die Welt je gesehen hat. Aber was noch schlimmer ist: Nachdem sie dies taten, versuchten sie weiter die ökonomischen Statistiken zu manipulieren, um ihre Unfähigkeit und Arroganz zu verschleiern. Als Mittäter agieren ökonomische Berater und Wirtschaftsinstitute, deren Analysen ein Lügengebäude offenbaren, wie es die Welt zuvor noch nicht gesehen hat.
  • Artur P. Schmidt: Buchhaltungstricks pushen Bankgewinne
    «Es geht doch nichts über die Zahlen, die die Banken selbst gefälscht haben. Das Bankenwunder an der Wallstreet ist nichts anderes als ein übler Buchhaltungstrick, der sich als gefährliche Zeitbombe herausstellen wird.»
  • Artur P. Schmidt: Schwarzes Geldloch – Der grösste Betrug aller Zeiten
    «Je mehr die Fed die Märkte zu manipulieren versucht, desto länger wird die aktuelle Krise andauern. Diese ist alles andere als in Bälde vorbei, wir befinden uns aktuell wohl eher im scheinbaren stillen Auge des Finanz-Hurrikans.»
  • Artur P. Schmidt: Amerikas finanzieller Supergau
    «Schon heute ist abzusehen, dass Amerika den Verpflichtungen seiner Gläubiger ohne deren Schuldenverzicht nicht nachkommen können wird. Tim Geithners gegenteiligen Bekundungen ist wenig Glaubwürdigkeit zu schenken, auch wenn es Ben Bernanke durch den Rückkauf von Staatsanleihen immer wieder gelingt, den Verfall der Bondpreise auf Kosten der Fed-Bilanz zu bremsen.»
  • Artur P. Schmidt: Europas historische Chance
    «Je mehr die amerikanische Federal Reserve über Bailouts versucht das System zu stabilisieren und je mehr Geld sie dafür über angekaufte Anleihen in den Umlauf bringt, desto katastrophaler wird sich die Weltwirtschaft entwickeln, wenn der Hurrikan in Bälde mit voller Wucht auf das amerikanische Festland trifft.»
  • Artur P. Schmidt: Derivate-Supergau ante portas?
    «Bei einem weltweiten Derivatevolumen von 863'000 Milliarden Dollar einem Anteil von 8 Prozent davon an Swaps beträgt der weltweit aufgelegte Betrag am gefährlichsten Finanzinstrument mittlerweile etwa 69'000 Milliarden Dollar, d.h. das 1.25-fache des Weltbruttosozialproduktes von etwa 54'500 Milliarden Dollar.»
  • Artur P. Schmidt: Warum stellen wir nicht mehr die Warum-Fragen?
    Die westlichen Industrienationen sind in den letzten Jahren geistig und moralisch völlig degeneriert. Trotz technologischen Fortschritten sind die Realeinkommen gesunken und die Bildung ist zu einem Spezialistentum ohne Verantwortung für das Ganze verkommen. Kein Wunder, dass Begriffe wie Ethik und Moral im entfesselten Kapitalismus scheinbar keine Rolle mehr spielten.
  • Artur P. Schmidt: Postmoderner Diebstahl - Der Staat enteignet seine Bürger
    «Maroden Banken quasi eine Reset-Taste durch Bad Banks zur Verfügung zu stellen und die Kosten der toxischen Papiere durch massives Gelddrucken auf die Bürger abzuwälzen ist einer der grössten Skandale der Nachkriegszeit. Der Staat hat sich als Aufgabe gestellt nur noch zu funktionieren und sein Überleben zu sichern, ohne sich den Ursachen der aktuellen Krise zuzuwenden.»
  • Deutsche Bank bleibt trotz erneutem Milliardengewinn vorsichtig
    Frankfurt am Main - Die Deutsche Bank hat im 2. Quartal dank ihres florierenden Investmentbankings erneut einen Milliardengewinn eingefahren. Trotz des von Analysten erwarteten guten Abschneidens blieb Deutsche-Bank-Chef Ackermann vorsichtig: "Der Ausblick für das verbleibende Jahr 2009 hängt stark davon ab, wie es mit der Entwicklung der globalen Wirtschaft weitergeht."
  • Ackermann verlängert bei der Deutschen Bank bis 2013
    Frankfurt am Main - Die Deutsche Bank hat die Vertragsverlängerung mit Konzernchef Josef Ackermann perfekt gemacht. Der Aufsichtsrat habe auf seiner heutigen Sitzung der Verlängerung zugestimmt, teilte das Kreditinstitut am Dienstag in Frankfurt mit. Ackermann bleibt nun drei weitere Jahre bis Mitte 2013. Sein Vertrag wäre eigentlich 2010 ausgelaufen.
  • Artur P. Schmidt: Welcher Boden – welcher Aufschwung?
    Aktuell hören wir in den Massenmedien viel davon, dass der Boden der aktuellen Wirtschafts- und Finanzkrise erreicht sei. Doch wer kauft jetzt eigentlich Aktien? In den USA ist es vor allem das so genannte dumme Geld welches massiv investiert, während jedoch das kluge Geld sich immer mehr aus den Finanzmärkten zurückzieht.
  • Artur P. Schmidt: Bernankes Wiederwahl führt ins «Obamageddon»
    «Paulson, Bernanke, Summers und Geithner sind jene Architekten der Politik des leichten Geldes, die nichts aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt haben. Waren es nicht die zu tiefen Zinsen, die erst den Housing-Bubble, dann den chinesischen Aktien-Bubble und schliesslich die Hausse an den Rohstoffmärkten ausgelöst hatten?»
  • Deutsche Bank will bei Sal. Oppenheim einsteigen
    Frankfurt - Die Deutsche Bank will bei der in Bedrängnis geratenen Privatbank Sal. Oppenheim einsteigen. Die Deutsche Bank habe ein unverbindliches Angebot hinsichtlich einer Kapitalbeteiligung an Sal. Oppenheim abgegeben, teilte der deutsche Branchenprimus am Mittwoch in Frankfurt mit.
  • Artur P. Schmidt: Wie Lügenbarone ein krankes System gesundrechnen
    «Nachdem das "US-Financial Accounting Standards Board" zugelassen hat, dass die Banken ihre toxischen Wertpapiere nicht mehr zum Marktwert – der bei nicht handelbaren Papieren eh nicht zu bestimmen ist und bei vielen Papieren sogar bei Null liegt – sondern gemäss der eigenen Einschätzung bilanzieren können, ist der bilanziellen Willkür Tür und Tor geöffnet.»
  • Artur P. Schmidt: Filzokratie à la Paulson
    Henry M. Paulson, der Mann, der bei US-Kongressanhörungen über seine Entscheidungen während der Finanzkrise permanent ins Stottern gekommen ist, scheint eine massgeblichere Rolle im allgemeinen Bailout-Ringelreihen gespielt zu haben, als ihm jetzt lieb sein kann.
  • Artur P. Schmidt: Werden die USA von einer Bankenmafia regiert?
    «An der Wallstreet scheint man trotz Krise wieder zur Tagesordnung des Hochgeschwindigkeits-Programm-Day-Tradings übergegangen zu sein, wobei man bei Goldman Sachs die spezielle Spielart des Gewinnens ohne Risiko kreiert hat. Ein Tor wer glaubt, dass hier alles mit rechten Dingen zugehen kann, wenn man in nur 100 Handelstagen Milliardengewinne einfährt.»
  • Deutsche Bank von Anlegern mit Geld überschüttet
    Frankfurt am Main - Für die Deutsche Bank scheint die Finanzkrise so gut wie abgehakt. Mit der erfolgreichen Ausgabe einer risikoreichen Nachrang-Anleihe kehrt ein weiteres Stück Normalität zurück. Die Anleger überschütteten den heimischen Branchenprimus regelrecht mit Geld. Das kann er für die geplante Übernahme von Sal. Oppenheim und Postbank gut gebrauchen.
  • Artur P. Schmidt: Die Peta-Finanzbombe oder wie JPMorgan die Finanzkrise auslöste
    «Die gesamte durch JPMorgans Derivate-Nirwana ausgelöste Finanzkrise diente nur einem einzigen Zweck, unliebsame Bankenkonkurrenten aus dem Weg zu räumen und die Vorherrschaft von JPM im Bankensektor für die nächsten 100 Jahre zu sichern. Wenn JPM-CEO James Dimon sagt, dass eine "Bilanz wie eine Festung" sein müsse, so heisst dies nicht, dass diese solide ist, sondern lediglich, dass niemand hinter die Festungsmauern blicken kann.»
  • Artur P. Schmidt: Applaus, Applaus, die Luft muss raus!
    «Das Ausmass der Krise hätte verhindert werden können, wenn das Schuldenmachen im grossen Stil schon vor 20 Jahren unterbunden worden wäre. Es war Greenspans eklatante Fehleinschätzung, Blasen nicht durch eine zielgerichtete Zinssteuerung aufzulösen, sondern – um Wachstum auf Teufel komm raus sicherzustellen – deren Platzen durch die Schaffung neuer Bubbles mit viel zu tiefen Zinsen abzufedern.»
  • Artur P. Schmidt: Ökonomische Metastasen
    «Die immer wieder entstehenden Blasen, denen seitens der Notenbanken immer viel zu spät entgegengewirkt wird, sind die Metastasen unseres heutigen Zinseszins-Systems. Ein System, welches dem Wachstumszwang unterliegt, bildet ständig neue Tochtergeschwülste. Damit werden die Heilungschancen der Ökonomie mit jeder neuen Blase verschlechtert.»


Print Email


Und ausserdem...


Green World Dossier