Kolumne | Montag, 9. März 2009 10:11 | 60528

Wirtschaften entsteht aus der Freiheit des Eigentümers, die ihn nicht auf Besitz und die damit verbundenen Nutzungsrechte beschränkt. Wer Eigentum hat, kann mehr Geld schaffen, wer keines besitzt, muss sich verschulden, wobei sich durch den Trend, dass die Reichen immer reicher werden, ein Zustand einstellt, dass immer mehr Menschen immer weniger Geld besitzen, dafür jedoch riesige Schuldenberge.



Artur P. Schmidt: Schuldenachttausender, wohin das Auge blickt

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Von Artur P. Schmidt
artur.schmidt@unternehmercockpit.com

Für die Besitzlosen funktioniert der Kapitalismus längst nicht mehr, da er sie in Abhängigkeiten geführt hat, die man nur noch als finanzielle Sklaverei bezeichnen kann. Da die meisten Kredite heute nicht für produktive Zwecke, sondern für den Konsum verwendet werden, besteht für diejenigen, die Kredite in Anspruch nehmen, keine andere Möglichkeit, als diese durch ihre Löhne und Gehälter zurückzubezahlen. Verlieren Sie ihren Job, sind sie so gut wie pleite. Die Folgen sind fatal, insbesondere weil viele Altersabsicherungen, die in Fonds investiert hatten, ebenso einem radikalen Wertverfall unterliegen.

Irreversibles Verschuldungssystem
In Blasenökonomien dient der Austausch auf dem Markt nicht mehr der Vermittlung von Gebrauchsgütern, sondern nur noch der Realisierung von Verlusten, die sich in Arbeitslosigkeit und einer neuen Armut manifestieren. Die Vermögensdisparität nimmt nicht nur zwischen den Industrieländern, sondern vor allem innerhalb dieser markant zu. Für die meisten Volkswirte basiert der Kapitalismus auf den Prinzipien der Geldvermehrung und der Tauschwirtschaft, tatsächlich stellt er ein irreversibles Verschuldungssystem dar, dessen finaler Punkt der Staatsbankrott ist. Derartige Systeme unterliegen dem inneren Zwang, immer mehr Schulden zu machen, um alte Schulden abbezahlen zu können. Durch die US-Immobilienkrise hat sich gezeigt, dass die eigentliche Bedrohung des Weltfinanzsystems nicht die Verschuldung der so genannten Entwicklungsländer ist, sondern die der führenden Industrienationen.

Ausufernde Geldausweitung
Länder wie die USA können sich wegen der Milliardenlöcher in den Staatshaushalten Rezessionen nicht mehr leisten, deshalb wird durch ausufernde Geldausweitung und künstliches Niedrighalten von Zinsen alles getan, um diese zu verhindern. Dadurch wird die Inflationierung des Geldes immer weiter vorangetrieben. Erschwerend kommt hinzu, dass das Horten des Geldes von Reichen und Superreichen immer weniger Geld für den entscheidenden Wachstumsfaktor Innovation zur Verfügung stellt. Die Abnahme der Innovationsfähigkeit in vielen Industrienationen führt fast zwangsläufig dazu, dass das Wirtschaftswachstum geringer ausfällt, wodurch es nahezu unmöglich wird, die Staatsverschuldung auszugleichen. Im heutigen Verschuldungssystem fehlt somit ein permanentes Anreizsystem für die ständige innovative Erneuerung. 


Artur P. Schmidt
Der Wirtschaftskybernetiker Dr.-Ing. Artur P. Schmidt wurde in Stuttgart geboren. Er besuchte im Stadtteil Zuffenhausen das Ferdinand-Porsche-Gymnasium und machte dort das Abitur. Das Studium der Luft- und Raumfahrttechnik in Stuttgart und Berlin schloss er im Alter von 27 Jahren mit  der Bestnote im Fachgebiet Raketentechnik ab, so dass ihm von Prof. H.H. Koelle die Promotion angetragen wurde. Im Alter von 30 Jahren erhielt Artur P. Schmidt den Doktortitel für ein kybernetisches Marktanalyse-Verfahren am Beispiel der Strategischen Planung von Airbus Industries. Nach einer Beratungstätigkeit bei Anderson Consulting sowie als Leiter der Strategischen Analyse der Ruhrgas AG war Dr. Schmidt Stipendiant der Stiftung zur Förderung der systemorientierten Managementlehre und letzter Schüler von Prof. Hans Ulrich, dem Begründer des St. Galler Management-Ansatzes. Während dieser Zeit begann Dr. Schmidt seine publizistische Laufbahn, aus denen Bestseller wie «Endo-Management» und «Der Wissensnavigator» sowie Wirtschaftsbücher wie «Wohlstand_fuer_alle.com» oder «Crashonomics» hervorgingen. Sein neuestes Buch, welches im Februar 2008 beim EWK-Verlag (
www.ewk-verlag.de) herauskommt, heisst  «Unter Bankstern».

Heute ist Dr.-Ing. Schmidt Herausgeber des Online-News-Portals
www.wissensnavigator.com sowie der Finanz-Portale www.bankingcockpit.com, www.wallstreetcockpit.com, www.futurescockpit.com und www.optioncockpit.com sowie Geschäftsführer der Tradercockpit GmbH (www.cockpit.li). Dr. Schmidt ist ein gefragter Keynote-Speaker sowie Kolumnist für zahlreiche Finanzpublikationen.




  • Artur P. Schmidt, CEO Unternehmercockpit (Teil 1)
    «Dass mit Philipp Hildebrand ein ehemaliger Hedge Fund-Manager in der obersten Führung der SNB sitzt, der dem Zinssenkungs-Fetischismus huldigt, erhöht das Risiko, dass sich die Schweiz in Bälde in ein zweites Island verwandelt. Dies ist eine ähnliche Fehlbesetzung wie Obamas Finanzminister Timothy Geithner, der als Präsident der New Yorker Fed massgeblich für das Versagen der Bankenaufsicht im Vorfeld der Finanzkrise verantwortlich war.»
  • Artur P. Schmidt: Der Alpen-Hedge-Fonds
    Das Ausmass der aktuellen Krise in der Schweiz hat auch unmittelbar mit der Grösse unserer Banken zu tun. Ein kritischer Ausblick zeigt weiteres Gefahrenpotenzial, das den Standort Schweiz in seinen Grundfesten erschüttern kann.
  • Artur P. Schmidt: Ist die Fed bankrott?
    Ob die Federal Reserve pleite ist oder nicht, entscheidet niemand anderes als der Markt. Betrachtet man sich die Entwertung des Dollar im letzten Jahrhundert, insbesondere nach dem Zusammenbruch von Bretton Woods, so waren die Erholungsphasen des Dollar immer nur Anlaufphasen zu weiteren Kursstürzen.
  • Artur P. Schmidt: Bubblemania
    «Das in der fraktalen Verteilung der Schulden bestehende Prinzip war ein fiktives Perpetuum Mobile der Banken für das globale Wirtschaftswachstum. Es führte uns in ungeahnte Höhen – mit spiraliger Ernüchterung. Mit dem Kollaps des Hypothekenmarktes war klar, dass diejenigen Banken, die alles auf eine Karte gesetzt hatten, massiv unter die Räder kommen mussten. »
  • Artur P. Schmidt: New Deal für das 21. Jahrhundert
    «Das parallele Wirken von Subprime-Krise, Kreditkrise, Bankeninsolvenzen, Firmenzusammenbrüchen und dem Kollaps der Realwirtschaft erfordern ein neues System, welches wieder Vertrauen schafft. Sollte dies nicht gelingen, besteht die Gefahr, dass das US-Finanzsystem im Jahr 2009 im Rahmen eines Staatsbankrottes zusammenbricht.»
  • Artur P. Schmidt: Obamas Denkfehler
    Die Rede des US-Präsidenten vom 24. Februar 2009 zur Lage der Nation war glänzend. Er versteht es grosse Auftritte zu zelebrieren und mit seiner Rhetorik seine Zuhörer zu fesseln. Doch bei allem Zauber, der von ihm ausgeht, muss man konstatieren, dass er, wenn es um ökonomische Fragestellungen geht, die von ihm angesprochene Langfristigkeit im Denken, vermissen lässt.
  • Artur P. Schmidt: Die internationale Wirtschaftskrise 1836-1838
    In den 1830er Jahren brach ebenfalls eine grosse Wirtschaftskrise über Europa und Amerika herein. Ausgangspunkt war die Spekulation mit Eisenbahnaktien, die in astronomische Höhen schossen. Der Run war so gross, dass die Aktien der Taunusbahn im Jahr 1837 um das Vierzigfache überzeichnet waren und die erste Notierung etwa 70 Prozent über dem Ausgabekurs lag.
  • Artur P. Schmidt: Von Massenvernichtungswaffen und Zinswucher
    Eigentum, Kapital, Schulden und Geld entstehen laut Paul C. Martin immer gleichzeitig. Deshalb formuliert das Geld, das heute von den Zentralbanken geschaffen wird, ein Anrecht auf Eigentum gegenüber den Geschäftsbanken. Jeder, der Eigentum besitzt, kann dieses als privat emittiertes Geld verleihen. Geld wird somit immer dann geschaffen, wenn ein Eigentümer Ansprüche gegen sein Eigentum einem anderen Eigentümer kreditiert.


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