Börse CH Handelsschluss | Freitag, 30. Januar 2009 18:09 | 58941

Zürich - Der Schweizer Aktienmarkt hat sich am Feitag mit leichten Avancen ins Wochenende verabschiedet und trotzdem die dritte aufeinanderfolgende Woche schwächer geschlossen. Nach freundlichem Beginn und volatilem Verlauf haben verschiedene US-Konjunkturdaten am Nachmittag per Saldo Druck auf die Aktien ausgeübt.



CH-Schluss: Leichtes Plus nach volatilem Verlauf

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Folgte auf das besser als erwartet ausgefallene BIP noch ein kleiner Aufschwung, liessen die schwachen Daten zum Einkaufsmanagerindex und zum Konsumentenvertrauen die Kurse wieder in den Keller sinken. Erst in der Schlussauktion drehte der SMI wieder ins Plus. Das Klima sei auch am Freitag von Konjunktursorgen und allgemeiner Unsicherheit geprägt gewesen, hiess es in Marktkreisen. Die Investoren hätten sich deshalb vornehm zurückgehalten, was zu entsprechend tiefen Volumina und einer gewissen Volatilität geführt habe.

Der SMI legte schliesslich 17,15 Punkte bzw. 0,33% auf 5'290,05 Punkte zu. Im Wochenvergleich ergab sich ein Minus von 0,3%. Der breite SPI gewann 0,26% auf 4'375,72 Punkte. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) verlor dagegen wegen der beschränkten Unterstützung von Roche und Novartis 0,43% auf 751,66 Punkte.

Im Fokus standen die Genussscheine von Roche, welche um 1,9% fester bei 163,40 CHF aus dem Handel gingen. Roche hatte am Morgen für die Genentech-Aktionäre ein gegenüber dem ursprünglichen Angebot reduziertes (!) Angebot vorgelegt, was von den Investoren mit steigenden Kursen belohnt wurde. Analysten zeigten sich dagegen zumeist erstaunt über die feindliche Übernahmeofferte und räumten ihr wenig Chancen ein. Über den Erfolg des Angebotes von 86,50 (zuvor 89) USD je Aktie für die restlichen 44,2% an Genentech dürfte eine ganze Reihe von Faktoren bestimmen: Preis, Newsflow vor allem zum Krebsmedikament Avastin und Haltung der Genentech-Mitarbeiter.

Neben der Übernahme gab es aber auch noch andere Faktoren, die den Kurs beeinflussten. Die Aufnahme in die "Most Preferred List" der europäischen Pharmaunternehmen durch die UBS wirkt sich ebenfalls stützend aus.

Die beiden anderen Pharmaaktien Novartis (+1,7% auf 48,08 CHF) und Actelion (+3,3% auf 63,20 CHF) beendeten das Geschäft ebenfalls höher, wobei Actelion als Tagessieger aus dem Rennen gingen. Actelion profitieren von einer weiteren Zulassung in der EU für das Medikament Zavesca. Der Newsflow bei Actelion sei weiterhin positiv, hiess es dazu in Marktkreisen. Das Marktpotential für die neue Indikation wurde auf zwischen 30 und 40 Mio CHF geschätzt.

Gesucht waren zudem Swiss Life (+1,9% auf 63,20 CHF), UBS (+1,9% auf 14,64 CHF) oder Adecco und ABB mit einem Plus von je rund 1%. Die Mehrheit der Blue Chips büsste allerdings an Terrain ein. CS (-4,4% auf 29,84 CHF) und Julius Bär (-4,2% auf 34,58 CHF) sowie aus dem SLI OC Oerlikon (-4,4% auf 39,90 CHF) wurden dabei am markantesten zurückgenommen.

Verluste zwischen knapp 3 und knapp 4% verzeichneten Lonza, Kühne+Nagel, Richemont oder Petroplus. Im breiten Markt zogen Rieter im Anschluss an die Umsätze 2008 um 1,5% an. Ausgebliebene Negativnachrichten sowie die Aussagen des Unternehmens, gegenwärtig keine Kapitalerhöhung anzustreben, haben dem Papier geholfen.

Kuoni erlitten dagegen mit einem Minus von 3,5% überdurchschnittliche Abgaben. Der Reisekonzern rechnet mit sinkenden Buchungen und hat für die nächsten drei Jahre ein ausserordentliches Investitions- und Kostensenkungsprogramm mit Aufwendungen von 106 Mio CHF bekannt gegeben. Ausserdem sollen Arbeitsplätze im tiefen einstelligen Prozentbereich wegfallen. Aufgefallen sind weiter auch Forbo (+14,7%) oder Interroll (+10,4%). (awp/mc/ps/33)



• SIX Swiss Exchange


  • Rieter trifft Wirtschaftskrise mit voller Wucht
    Winterthur - Der Umsatz des Technologiekonzerns Rieter ist im vergangenen Jahr infolge der Wirtschaftskrise um einen Fünftel auf brutto 3,14 Milliarden Franken geschrumpft. Beide Geschäftsfelder des Konzerns stecken in der Bredouille. Einen so heftigen und schnellen Rückgang der Nachfrage habe der Konzern noch nie erlebt, teilte Rieter mit.
  • Goldbach Media erwirbt 50 Prozent an Internet-TV Wilmaa
    Küsnacht - Die Goldbach Media Gruppe erwirbt 50% an der Schweizer Gartenhof Medien GmbH, der Betreiberin des Internet-TV Wilmaa, dem ersten kostenlosen, browserbasierten Internet-Fernsehen in der Schweiz. Die Gartenhof Medien GmbH ist eine Tochtergesellschaft von Solutionpark, wie Goldbach Media am Freitag mitteilte.
  • Kuoni tritt auf Kostenbremse - Arbeitsplatzabbau
    Zürich - Der Reiseveranstalter Kuoni tritt in Erwartung sinkender Buchungen auf die Kostenbremse. Ein ausserordentliches Investitions- und Kostensenkungsprogramm über die nächsten drei Jahre soll den EBIT bis 2011 schrittweise um 40 Mio CHF pro Jahr verbessern. Dabei wird es auch zu einem Arbeitsplatzabbau im tiefen einstelligen Prozentbereich kommen.
  • Orell Füssli büsst 2008 leicht Umsatz ein
    Zürich - Die Orell Füssli Holding AG hat im Geschäftsjahr 2008 einen um 3,0% rückläufigen Umsatz von 367,2 Mio CHF verzeichnet. Die drei Geschäftsbereiche trugen unterschiedlich zum insgesamt stabilen Jahresabschluss bei. Der EBIT sank um 8,8% auf 38,5 Mio CHF, der Reingewinn nach Minderheiten stieg dagegen deutlich um 60,2% auf 47,9 Mio CHF.
  • Roche macht feindliche Offerte für Genentech
    Basel - Roche will die Vollübernahme der US-Tochter Genentech nun endlich über die Bühne bringen. Deshalb haben die Basler eine feindliche Übernahmeofferte an alle Genentech-Aktionäre in Aussicht gestellt. Der Schritt erfolgt nach monatelangen, ergebnislosen Verhandlungen mit einem Ausschuss aus unabhängigen Genentech-Verwaltungsräten auf der Basis der ersten (freundlichen) Offerte.
  • New Value erhöht Beteiligungen an Portfoliounternehmen
    Zürich - Die an der SIX kotierte Beteiligungsgesellschaft New Value hat im dritten Quartal 2008 (per 31.12.2008) drei Finanzierungsrunden von Portfoliounternehmen begleitet. Die Massnahmen sollen der Erschliessung neuer Absatzmärkte dienen. Der innere Wert (NAV) des Beteiligungsportfolios ging allerdings von 28,19 CHF im ersten Halbjahr auf 22,81 CHF pro Aktie zurück.
  • Romande Energie strebt höhere Eigenproduktion an
    Morges - Die Romande Energie SA will die eigene Energieproduktion deutlich erhöhen und sich dabei vor allem auf erneuerbare Energien stützen. Das Energieunternehmen prüft den Ausbau des Wasserkraftwerks Farettes (Aigle) im Rahmen von Erneuerungsarbeiten auf 72 Mio kWh von derzeit 52 Mio. Die Kosten dürften sich auf 34 Mio CHF belaufen, wie Romande Energie mitteilte.
  • Denner: Bamert wird neuer CEO - Rekordergebnis
    Zürich - Peter Bamert ist zum neuen CEO der Denner AG ernannt worden. Er tritt seine Tätigkeit am 01.01.2010 als Nachfolger von Philippe Gaydoul an, der Präsident des Denner-Verwaltungsrates bleiben wird. Peter Bamert arbeitet seit 11 Jahren als Unternehmensleiter von Ex Libris in der Migros-Gruppe. Gleichzeitig hat Denner einen Rekordumsatz für 2008 bekannt gegeben.
  • EU-Verlauf: Uneinheitliche Entwicklung am Mittag
    Paris - Die europäischen Aktienmärkte haben sich am Freitag bis zum Mittag uneinheitlich entwickelt. Der EuroSTOXX 50 sank nach einem kurzen Ausflug in die Gewinnzone wieder ins Minus und verlor zuletzt 0,33% auf 2.261,98 Punkte. Der Londoner FTSE 100 stieg hingegen um 0,36% auf 4.205,39 Punkte. Der französische CAC-40-Index verlor 0,27% auf 3.001,73 Zähler.
  • Weitere Verschlechterung der Stimmung im Kreditgewerbe
    Zürich - Der KOF Bankenindikator reflektiert die Stimmung im Kreditgewerbe. Diese hat sich im Januar 2009 weiter verschlechtert. Nach dem oberen Wendepunkt des Bankenindikators gegen Ende des Jahres 2006 hat sich dieser sukzessive verschlechtert. Ab Dezember 2007 zeigt die Stimmungskurve sogar steil nach unten.
  • CH-Verlauf: SMI gehalten dank Pharmawerten
    Zürich - Der Schweizer Aktienmarkt tendiert am Freitag zum Mittag mit gehaltenen Kursen. Der Swiss Market Index wird allerdings vorab von den defensiven Pharmatiteln in der Waage gehalten. Ohne diese hätten die schwachen Vorgaben aus New York und Tokio stärker durchgeschlagen. Die Finanzwerte befinden sich dagegen einmal mehr auf dem Rückzug.
  • Ölpreise verbuchen moderate Gewinne
    New York - Die Ölpreise haben am Freitag leichte Kursgewinne verbucht. Ein Barrel der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Auslieferung im März kostete am frühen Nachmittag 41,45 Dollar. Das war ein Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent stieg um 60 Cent auf 46,00 Dollar.
  • Axpo: Bergün lehnt Konzession für Wasserkraftwerk ab
    Bergün - In der Gemeinde Bergün im Albulatal ist ein neues Kraftwerk mit einem Investitionsvolumen von 85 Mio CHF abgelehnt worden. Entscheide wie derjenige der Bergüner Gemeindeversammlung sind im Wasserschlosskanton Graubünden selten. Der mit 122 zu 73 Stimmen und vier Enthaltungen gefällte Beschluss hatte noch am Donnerstagabend Konsequenzen:
  • Harwanne: MMA Vie mit Übernahmeangebot zu 2,60 CHF je Aktie in bar
    Zürich - Die französische MMA Vie SA hat offenbar ein öffentliches Übernahmeangebot für die Aktien der Harwanne SA bei der Übernahmekommission (UEK) vorangemeldet. Harwanne habe diese Voranmeldung zur Kenntnis genommen; der Verwaltungsrat wolle sich zum Angebot äussern, sobald ihm weitere Informationen vorlägen.
  • US-Wirtschaft schrumpft mit 27-Jahres-Rekord
    Washington - Die US-Wirtschaft ist im Schlussquartal 2008 so stark wie seit 27 Jahren nicht mehr geschrumpft. Nach Zahlen des US-Handelsministeriums vom Freitag ging die Wirtschaftsleistung im vierten Quartal annualisiert um 3,8 Prozent zurück. Dies ist das grösste Wachstumsminus seit dem ersten Quartal 1982. Volkswirte hatten allerdings ein noch grösseres Minus erwartet.
  • US-Eröffnung: Etwas schwächer - US-Daten zum Teil schlechter als erwartet
    New York - Die US-Aktienmärkte haben am Freitag nach den jüngsten Konjunkturdaten erneut Verluste verbucht. Die Wirtschaftsleistung in den USA war im vierten Quartal nicht so stark wie befürchtet geschrumpft. Dagegen waren das Verbrauchervertrauen der Uni Michigan und der Einkaufsmanagerindex Chicago schwächer als erwartet ausgefallen.
  • Euro bleibt deutlich unter 1,29 Dollar
    Frankfurt am Main - Der Euro hat am Freitag seine Schwächephase zum US-Dollar nicht überwunden. Am späten Nachmittag kostete die europäische Gemeinschaftswährung 1,2870 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Mittag auf 1,2816 Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7803 Euro.
  • Novartis-CEO Vasella für leistungsabhängige Boni
    Davos - Novartis-Chef und -VRP Daniel Vasella zeigt Verständnis für die geplanten Bonuszahlungen bei der UBS. Diese müssten aber je nach Mitarbeiter und Sparte leistungsabhängig sein und sehr gezielt entrichtet werden. "Es ist nicht richtig, für Misserfolg zu zahlen", sagte der bestbezahlte Schweizer Manager am Rande des WEF dem Schweizer Fernsehen (SF).
  • EGL-CEO: Grosse Unsicherheiten wegen Finanzkrise
    Dietikon - Die Aktionäre der Elektrizitäts-Gesellschaft Laufenburg AG haben am Freitag sämtlichen Anträgen des Verwaltungsrates zugestimmt. Die Anteilseigner stimmten unter anderem der Ausschüttung einer unveränderten Dividende von 18,00 CHF je Aktie zu und genehmigten die Jahresrechnung 2007/08, wie die EGL mitteilte.
  • EU-Schluss: Schwach - US-Konjunkturdaten drücken Stimmung
    London - Nach den jüngsten US-Konjunkturdaten haben die europäischen Börsen am Freitag ihre kurzzeitigen Gewinne wieder eingebüsst und im Minus geschlossen. Die US-Wirtschaftsleistung war im 4. Quartal nicht so stark wie befürchtet geschrumpft. Dagegen waren das Verbrauchervertrauen der Uni Michigan und der Einkaufsmanagerindex Chicago schwächer als erwartet ausgefallen.
  • Stadler Rail: Stadler Pankow erhält Strassenbahnauftrag
    Bussnang - Die ViP Verkehrsbetrieb Potsdam GmbH hat heute den Vertrag über die Lieferung von 10 Strassenbahnen Typ Variobahn der Firma Stadler Pankow GmbH unterschrieben. Mit der Bestellung ist eine Option über weitere 8 Fahrzeuge verbunden. Die niederflurigen Strassenbahnen werden ab 2011 die bisherigen Tatra-Strassenbahnen Typ KT4D in Potsdam ablösen.
  • US-Schluss: Schwach - Konjunkturdaten, Medienberichte belasten
    New York - Die US-Aktienmärkte sind am Freitag nach den jüngsten Konjunkturdaten erneut mit Verlusten aus dem Handel gegangen. Die Wirtschaftsleistung in den USA war im vierten Quartal nicht so stark wie befürchtet geschrumpft. Dagegen waren das Verbrauchervertrauen der Uni Michigan und der Einkaufsmanagerindex Chicago schwächer als erwartet ausgefallen.
  • CH-Ausblick: Wieder schwache Vorgaben - Warten auf Blue Chips
    Zürich - Der Schweizer Aktienmarkt dürfte aufgrund negativer Vorgaben aus Übersee und Asien die neue Woche mit tieferen Kursen eröffnen. Die US-Aktienmärkte waren am Freitag nach schwachen Konjunkturzahlen mit Verlusten aus dem Handel gegangen. Die Wirtschaftsleistung in den USA schrumpfte zwar im vierten Quartal nicht so stark wie befürchtet.
  • EU-Ausblick: Schwach - Negative Vorgaben belasten - Ryanair-Zahlen
    Paris - Die wichtigsten europäischen Aktienindizes dürften am Montag schwach in die neue Handelswoche starten. Der Future auf den EuroSTOXX 50 deutete am Morgen auf eine um 1,61 Prozent niedrigere Eröffnung hin. Börsianer verwiesen in erster Linie auf die negativen Vorgaben als Belastungsfaktor zum Handelsstart.


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