Finance News | Donnerstag, 29. Januar 2009 06:31 | 58819

Washington - Die US-Notenbank (Federal Reserve) hat einen längerfristig rekordtiefen Leitzins signalisiert. Die schwachen wirtschaftlichen Bedingungen machten einen extrem niedrigen Leitzins für einige Zeit notwendig, bekräftigte die US-Notenbank in ihrem am Mittwochabend veröffentlichten Kommentar zur Zinsentscheidung.



Fed belässt Leitzins bei Spanne von 0 bis 0,25 Prozent

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 Fed-Präsident Ben Bernanke.
 

Die Notenbank werde zudem alle zur Verfügung stehenden Mittel ergreifen, um wieder ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum und Preisstabilität zu erreichen. Die Notenbank sei auch bereit, langlaufende US-Staatsanleihen aufzukaufen. Angesichts der schweren Krise bestätigte die Notenbank erwartungsgemäss ihre Zinsspanne zwischen Null und 0,25 Prozent. Bereits Mitte Dezember hatte die amerikanische Notenbank den Leitzins auf diese Spanne verringert und damit faktisch auf Null Prozent reduziert. Vor Beginn der Finanzkrise im Sommer 2007 hatte die "Fed Funds Rate" noch bei 5,25 Prozent gelegen.

Konjunktur weltweit abgeschwächt
Die Konjunktur habe sich seit Mitte Dezember weiter abgeschwächt, hiess es im Kommentar. Industrieproduktion, Baubeginne und der Arbeitsmarkt seien auf scharfer Talfahrt. Verbraucher und Firmen hielten sich mit Ausgaben zurück. Darüber hinaus scheine sich auch die weltweite Nachfrage signifikant abzuschwächen. In einigen Bereichen der Finanzmärkte hätten sich die Bedingungen zwar verbessert, allerdings hätten Haushalte und Unternehmen weiter nur schwer Zugang zu Krediten. Eine graduelle Erholung der Wirtschaft werde später im Jahr beginnen. Allerdings bezeichneten die Währungshüter die Abwärtsrisiken für diesen Ausblick als "signifikant".

Warnung vor zu niedriger Inflation
Die Währungshüter warnten zudem vor einer zu niedrigen Inflation: Es bestünden einige Risiken, dass die Inflation für einige Zeit unter Raten liege, die langfristig am besten für Wachstum und Preisstabilität seien, hiess es in der Mitteilung.

US-Anleihen deutlich unter Druck
Man werde die Wirtschaft und die Funktionsfähigkeit der Märkte durch weitere Offenmarktgeschäfte und andere Massnahmen unterstützen. Dazu zähle neben den laufenden Kreditprogrammen auch weiterhin grosse Mengen unter anderem von hypothekenbesicherten Wertpapieren zu erwerben. Die US-Notenbank sei bereit, langlaufende US-Staatsanleihen aufzukaufen, um das Finanzsystem, die Kreditmärkte und damit indirekt die Konjunktur zu stützen.

Dow gewinnt knapp 3 Prozent
Am Aktienmarkt blieb die Reaktion vergleichsweise moderat. Der Markt baute seine Gewinne nur kurzzeitig aus. Zuletzt kletterte der Dow Jones um 2,93 Prozent auf 8.354,10 Punkte. Der Euro sackte mit 1,3104 US-Dollar unterdessen zeitweise auf sein Tagestief. Vor der Zinsentscheidung hatte der Euro noch bei 1,3238 Dollar notiert. Auch die US-Staatsanleihen gerieten deutlich unter Druck. (awp/mc/ps/01)



• US Federal Reserve


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  • US-Schluss: Sehr fest - Fed-Zinsentscheid und ''Bad-Bank''
    New York - Positiv aufgenommene Unternehmensbilanzen und deutliche Gewinne bei Bankaktien sowie die Kommentare der US-Notenbank Fed zur Zinsentscheidung haben an den US-Aktienmärkten am Mittwoch für deutlich steigende Kurse gesorgt. Spekulationen über die bevorstehende Gründung einer "Bad Bank" seien einer der Gründe für fulminante Kursgewinne bei Banktiteln, hiess es am Markt.
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    London - Unbeeindruckt von positiven Impulsen der Börsen aus Übersee haben die europäischen Aktienmärkte am Donnerstag im frühen Handel Verluste verbucht. In der ersten Handelsstunde weitete der EuroSTOXX 50 seine frühen Abschläge weiter aus und fiel zuletzt um 1,25 Prozent auf 2.293,73 Punkte. Der Londoner FTSE 100 verlor 1,10 Prozent auf 4.247,92 Punkte.
  • CH-Eröffnung: Schwächer - Technische Gegenreaktionen belasten
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    Paris - Die europäischen Aktienmärkte haben ihre frühen Verluste am Donnerstag bis zum Mittag beibehalten. Der EuroSTOXX 50 fiel zuletzt um 0,83 Prozent auf 23,02 Punkte. Der Londoner FTSE 100 verlor 1,57 Prozent auf 4.227,77 Punkte. Der französische CAC-40-Index sank um 0,85 Prozent auf 3.048,86 Zähler.
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