CEO Interviews * Fritz Gantert, CEO Schaffner: "Kritik ist derzeit unvermeidbar" |
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Der Testgeräte- und Komponentenhersteller Schaffner hat ein schwieriges Geschäftsjahr 2004/05 hinter sich. Nur knapp konnte sich die Gruppe in der Gewinnzone halten. CEO Fritz Gantert erklärt im Moneycab-Interview die Gründe für das Ergebnis sowie seine Erwartungen für das neue Geschäftsjahr. Ausserdem bezieht Gantert Stellung zu Kritik und zur zunehmenden Konkurrenz aus dem asiatischen Raum. Moneycab: Herr Gantert, als CEO der Schaffner Gruppe dürften Sie mit dem Geschäftsjahr 2004/05 kaum zufrieden sein. Schaffner konnte sich nur knapp in der Gewinnzone halten, der EBIT halbierte sich nahezu, der Umsatz war ebenfalls rückläufig. Worauf ist dieses Ergebnis zurückzuführen und wie schätzen Sie es ein? Fritz Gantert: Mit dem erzielten Resultat sind wir nicht zufrieden. Ein deutlich unterdurchschnittliches erstes Semester konnte trotz einem guten 2. Semester nicht kompensiert werden. Der Rückgang im ersten Semester des letzten Geschäftsjahres ist auf verschiedene Faktoren zurückzuführen, sowohl marktseitig als auch kostenseitig. Stichworte hierzu sind verschärfte Sicherheitsbestimmungen im Bereich der Elektronikproduktion wie auch eine generell verhaltene Nachfragesituation. Wenn Sie sich die verschiedenen Sektoren ansehen - mit welchen Bereichen sind Sie zufrieden, mit welchen nicht? Strategiekonform bei den weitergeführten Aktivitäten (Components) haben sich unsere Tätigkeiten im stark wachsenden Absatzmarkt Asien und im traditionell wichtigen Markt Europa, insbesondere Deutschland, entwickelt. Auch das Start up Segment Automotive hat unsere hohen Erwartungen erneut erfüllt. In der Division Testsystems ist es zwar gelungen, den operativen Verlust deutlich zu reduzieren, aber auch der Umsatz ist eingebrochen. Was für Schritte führten im Rahmen der Neuausrichtung zum vorliegenden Resultat? Der Umsatzrückgang ist die Konsequenz des Entscheides, sich auf profitable Segmente und Produkte zu fokussieren. So wurden vor allem im Bereich des Projektgeschäftes Aufträge nur selektiv angenommen. Die Sparte Testsystems steht zum Verkauf. Wie weit sind die Veräusserungs-Pläne gediehen? Die Devestitionsaktivitäten werden mit sehr hoher Priorität vorangetrieben. Für den in Irland domizilierten Teilbereich Power Electronic steht, wie bereits kommuniziert, eine Absichtserklärung mit einer US-Investorengruppe kurz vor der Unterzeichung. Der Umsatzanteil des Automobilsektors hat sich im abgelaufenen Geschäftsjahr bei 12 % stabilisiert. Sie rechnen für das laufende Geschäftsjahr mit einer strategiekonformen Entwicklung mit zweistelligen Wachstumsraten. Worauf stützt sich diese optimistische Einschätzung? Im Bereich der Components (weitergeführte Aktivitäten) werden wir wiederum zweistellig wachsen. Unter anderem beginnt im neuen Geschäftsjahr die Volumenproduktion unserer Bauteile für die Pneudruck-Messsysteme eines grossen amerikanischen Fahrzeugherstellers. Umsatzmässig war auch 2004/05 der Bereich Industrieelektronik der grösste Sektor. Der Anteil wurde von 34 auf 35 % gesteigert. Welche Entwicklung erwarten Sie in diesem Sektor im laufenden Jahr? Wir haben seit mehreren Jahren im Bereich Industrieelektronik einen Umsatzanteil von rund 35 Prozent; dieser wird auch dieses Jahr anteilmässig stabil bleiben. Analysten kritisieren, Schaffner habe keine ausformulierte Strategie präsentiert. Für die Aktionäre bestehe weiterhin Unsicherheit. Ihre Reaktion? Diese Kritik ist derzeit unvermeidbar, da wir uns mit der Fokussierung auf das Komponentengeschäft im Prozess einer strategischen Veränderung befinden. Neben den Aufwänden für den Verkauf der Sparte Testsysteme hatte Schaffner auch unter der zunehmenden Konkurrenz aus Asien zu leiden, wo Schaffner selbst 19 % des Umsatzes erwirtschaftet. Wie sieht Ihre Strategie aus, gegen die asiatische Konkurrenz bestehen zu können? Wir produzieren ja mit unseren Werken in China und Thailand selber im asiatischen Raum; die im vergangenen Jahr systematisch weiter ausgebauten Zulieferer- und Sourcingaktivitäten tragen entsprechend zur Steigerung unserer Wettbewerbsfähigkeit bei. Im weiteren geht es natürlich klar darum, im Bereich der Innovation die Nase vorn zu haben. Sie erwirtschaften 68 % des Umsatzes in Europa, 19 % in Asien und 13 % in Amerika. Wird sich an dieser Verteilung in den nächsten Jahren etwas verändern? Ja, der Anteil Asien wird weiter steigen. Im zweiten Semester 2004/2005 hat sich die Nachfrage erholt, und auch der Start ins neue Geschäftsjahr ist laut Ihren Aussagen geglückt. Wird sich der Aufwärtstrend durch das ganze Geschäftsjahr durchziehen? Nach den ersten 2 Monaten sind wir zuversichtlich. Wenn Sie für das neue Jahr einen geschäftlichen Wunsch frei hätten, wie sähe der aus? Die rasche Rückkehr zu nachhaltigem Wachstum auf Basis der hohen Schaffner Qualität, unserer innovativen Lösungen und unserer globalen Struktur. Herr Gantert, wir bedanken uns für das Gespräch.
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