Börse CH Handelsschluss | Mittwoch, 10. März 2010 18:15 | 76445

Zürich - Der Schweizer Aktienmarkt schloss gehalten. Der SMI beendete den Handel nach Kursschwankungen in enger Bandbreite und einem im Verlauf erzielten neuen Jahreshoch kaum verändert. Nachdem der Markt nach einer höheren Eröffnung über weite Strecken leicht im Minus gelegen hatte, stützte in der Schlussphase eine vorwiegend unter dem Einfluss von Finanzvaloren leicht anziehende New Yorker Börse.



CH-Schluss: Gehalten - Finanztitel und Zykliker gesucht

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Am Schluss überwog jedoch die Vorsicht wieder etwas.

Generell mangelte es aber weitgehend an Impulsen für deutlichere Avancen. Im Allgemeinen waren Finanztitel und konjunktursensitive Valoren gesucht. Die Indexschwergewichte neutralisierten sich weitgehend: Während Roche und Novartis nachgaben, kompensierten die anziehenden Nestlé deren negativen Einfluss. Vereinzelt prägten Spezialsituationen wie bei Swiss Re das Geschehen.

Das Blue-Chips-Barometer SMI schloss um 0,08% höher auf 6'873,59 Punkten. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) stieg um 0,29% auf 1'049,63 Zähler und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,10% auf 5'974,31 Punkte.

Swiss Re (+0,4%) konnten ihre frühen Verluste aufholen. Der Rückversicherer hatte am Morgen erste Angaben zur Schadenbelastung aus dem Erdbeben in Chile und dem Wintersturm Xynthia in Europa gemacht. Mit insgesamt 640 Mio CHF muss Swiss Re etwas mehr als von Analysten erwartet tragen. Allerdings sei zu berücksichtigen, dass die Aktie bereits am Folgetag des Erdbebens in Chile an Terrain eingebüsst hatte, so Marktbeobachter.

Mit Bâloise (+3,7%) lag ein weiterer Versicherer im Plus und verbuchte die prozentual grössten Gewinne. Die Titel profitierten von einer Ratingerhöhung durch Keefe, Bruyette & Woods auf "Outperform". Der zuständige Analyst attestiert dem Titel im Vorfeld der Ergebnispublikation ein Aufwärtspotenzial von 36%, die Aktien seien daher einen Kauf wert.

Ebenfalls aus dem Finanzbereich avancierten CS (+1,0%), Julius Bär (+1,0%) oder UBS (+0,4%). Nachdem der US-Bankenindex bereits zu Handelbeginn eine gute Vorgabe geboten hatte, stützte die weitere Entwicklung der US-Bankentitel in der letzten Handelsphase nochmals, wie es am Markt hiess.

Unter den konjunktursensitiven Valoren waren Richemont (+2,2%) und Swatch (+1,6%) gefragt. Swatch hält am Donnerstag die Bilanzpressekonferenz ab, nachdem der Uhrenkonzern bereits zuvor über das Ergebnis 2009 berichtet hatte. Weitere Gewinner waren u.a. Adecco (+1,4%), Clariant (+0,9%) oder Geberit (+0,7%); letztere informieren ebenfalls am Donnerstag über das abgelaufene Geschäftsjahr.

Am deutlichsten zurückgenommen wurden ohne News Nobel Biocare (-2,2%). Nach Gewinnmitnahmen verloren die Indexschwergewichte Roche (-1,1%). Novartis (-0,7%) büssten ebenfalls ein. Der Pharmakonzern kündigte die Aufnahme von 5 Mrd USD am Anleihemarkt an. Die Mittel werden zur Refinanzierung der Alcon-Akquisition sowie für allgemeine Geschäftszwecke verwendet. Händler sprachen von sehr günstigen Konditionen für Novartis.

Unter den weiteren Indexschwergewichten konnten nach Gewinnmitnahmen Nestlé (+0,7%) wieder zulegen.

Actelion (+0,5%) profitierten von Spekulationen um die Übernahme eines Mitbewerbers. Dem Unternehmen wird ein mögliches Interesse an Intermune nachgesagt, nachdem das US-Unternehmen für das Medikament Pirfenidone eine Zulassungsempfehlung bei idiopathischer pulmonaler Fibrose erhalten hat. Mit Tracleer hatte Actelion bei dieser Indikation Schiffbruch erlitten.

Auf eine Rückstufung durch ING reagierten die Papiere des Zementkonzerns Holcim (-0,6%). Das Aktienresearch der Bank hatte in einer Branchenstudie seine Gewinnprognosen und die Anlageratings für die europäischen Baustoffkonzerne überarbeitet.

Im breiten Markt haben Bossard (+3,3%), Swisslog (-2,8%) und Ascom (-2,1%) die Jahreszahlen vorgelegt. Die Gewinnzahlen des Schraubenhändlers Bossard lagen nach Ansicht von Analysten deutlich über den Erwartungen. Auch das Ergebnis von Swisslog wird als "solide" gewertet. In Ascom hätten im Gefolge des Abschlusses Gewinnmitnahme eingesetzt, so Marktbeobachter. (awp/mc/pg/32)



• SIX Swiss Exchange


  • Bossard 2009: Reingewinn mehr als halbiert
    Zug - Die Bossard Holding AG hat im Geschäftsjahr 2009 mit allen Kennzahlen markant schwächer abgeschnitten als im Vorjahr. Trotz eines Umsatzeinbruchs um knapp einen Drittel blieben die Gewinnziffern, die sich etwas mehr als halbierten, klar im positiven Bereich. Entsprechend des Gewinnrückgangs wurde auch die Dividende reduziert.
  • Swiss Re: Schadenbelastung in Chile von 500 Mio Dollar
    Zürich - Die Swiss Re schätzt die eigene Schadenbelastung durch das Erdbeben in Chile auf etwa 500 Mio USD und jene durch den Wintersturm Xynthia, der über Europa zog, auf 100 Mio USD. Die Unsicherheiten bei der Schadenschätzung nach Katastrophen wie solchen in Chile seien allerdings beträchtlich, teilt der Rückversicherer am Mittwoch mit.
  • Ascom: Konzerngewinn nach Neuausrichtung höher
    Bern - Die zur Ascom Holding AG gehörende Gruppe hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2009 ein Umsatzplus erzielt und den Konzerngewinn deutlich steigern können. Im Vorjahr hatte die Devestition mehrerer Bereiche die Erfolgsrechnung belastet. Das Geschäftsmodell habe sich in der schweren Rezession bewährt, bilanziert nun die Unternehmensführung.
  • Novartis nimmt in drei Anleihen 5 Milliarden Dollar auf
    Basel - Der Pharmakonzern Novartis AG nimmt am Anleihemarkt in drei Tranchen insgesamt 5 Mrd USD auf. Die Mittel werden zur Refinanzierung der Alcon-Akquisition sowie für allgemeine Geschäftszwecke verwendet. Die drei Anleihen werden von der US-Tochter Novartis Capital Corporation begeben und stehen unter Garantie der Basler Muttergesellschaft.
  • Roche: Evotec berichtet über Fortschritte bei Wirkstoffentwicklung
    Hamburg - Das Hamburger Biotechnologie-Unternehmen Evotec kommt nach eigenen Angaben bei der Entwicklung eines Wirkstoffes gegen Depressionen in Zusammenarbeit mit Roche voran. Evotec habe zwei wichtige Meilensteine in der Allianz mit Roche in der Indikation "behandlungsresistente Depression" erreicht, teilte das im TecDax notierte Unternehmen mit.
  • Swisslog büsst 2009 17,3 Prozent Umsatz ein
    Buchs - Der Logistikdienstleister Swisslog hat im Geschäftsjahr 2009 unter der Rezession gelitten und muss einen Umsatzrückgang verkraften. Insbesondere im umsatzstärksten Bereich Warehouse & Distribution Solutions (WDS) schrumpften die Verkaufszahlen deutlich. In der Sparte Healthcare Solutions (HCS) fiel das Umsatzminus dagegen moderat aus.
  • US-Eröffnung: Freundlich - Finanztitel gefragt, Übernahmefantasie
    New York - Gewinne bei den Finanzwerten haben dem US-Aktienmarkt ins Plus verholfen. Schnäppchenjäger hätten Händlern zufolge besonders bei den Unternehmen zugegriffen, die vom Staat gestützt worden seien. Diese Firmen sollten von einer wirtschaftlichen Erholung besonders profitieren, hiess es. Auch eine geplante Übernahme im Pharmabereich habe die Stimmung der Anleger aufgehellt.
  • Freundlichere Aktienmärkte treiben Euro wieder über 1,36 Dollar
    Frankfurt am Main - Etwas freundlichere Aktienmärkte haben den Euro wieder über die Marke von 1,36 Dollar getrieben. Die Gemeinschaftswährung kostete am späten Nachmittag 1,3617 Dollar und damit gut einen halben Cent mehr als noch am Morgen. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Mittag auf 1,3610 (Dienstag: 1,3557) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7348 (0,7376) Euro.
  • Ölpreise legen nach Lagerdaten deutlich zu
    New York - Die Ölpreise haben auf neue US-Öllagerdaten mit deutlichen Kursgewinnen reagiert. Ein Barrel der US-Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) zur Auslieferung im April kostete am Abend 82,73 Dollar, 1,24 Dollar mehr als zum Handelsschluss am Vortag. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent stieg um 1,19 Dollar auf 81,11 Dollar. Vor den Daten hatten sich die Ölpreise nur leicht bewegt gezeigt.
  • EU-Schluss: Gewinne - US-Börsen legen zu
    London - Angetrieben von Kursgewinnen in den USA haben die wichtigsten europäischen Börsen freundlich geschlossen. Händler begründeten die Aufschläge an der Wall Street mit der gestiegenen Zuversicht der Anleger bezüglich einer konjunkturellen Erholung. Insbesondere das Anziehen der Übernahmeaktivitäten in den USA wurde als ein Zeichen für wirtschaftliche Entspannung gewertet.
  • US-Schluss: Freundlich - Finanzwerte legen zu, gute Daten
    New York - Die Hoffnung auf eine wirtschaftliche Erholung hat die US-Börsen am Mittwoch gestützt. Anleger griffen vor allem bei Bankaktien und Technologiewerten zu, da diese Händlern zufolge am schnellsten von einem bevorstehenden Aufschwung profitieren könnten. Auch jüngste Konjunkturdaten wurden positiv aufgenommen.


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