Softpro | Freitag, 8. Januar 2010 | 72574

"Die deutsche Sparkassen–Organisation hat ausgerechnet, dass in den deutschen Sparkassen durch papierlose Prozesse jährlich ein Papiervolumen eingespart werden kann, das dem Leergewicht von rund vier Airbus 380 entspricht - also rund 10'000 Tonnen. Das ist unsere Herausforderung: Dieses Einsparungspotential tatsächlich zu realisieren."



Heinz Reschke, Gründer und CEO von Softpro

72574img
 Heinz Reschke, Gründer und CEO von Softpro
 

Von Helmuth Fuchs

Moneycab: Herr Reschke, zurzeit erlebt die Authentifizierung  mit der eigenhändigen Unterschrift eine Renaissance. Wie erklären Sie sich den aktuellen Aufschwung der elektronischen Unterschrift?

Heinz Reschke: Den Wunsch Unterschriften in einen digitalen Workflow einzubetten, begleitet mich und mein Unternehmen Softpro ja schon recht lang. Viele Jahre galt die eigenhändige Unterschrift für den digitalen Workflow eher als lästiges Hindernis, weil oft nur noch zwecks ihrer Erfassung Papier ausgedruckt wird. Man hat es dann viele Jahre - ziemlich erfolglos - damit versucht die Unterschrift zu ersetzen oder wegfallen zu lassen.

Im Gegensatz zu anderen Verfahren ist das Unterschreiben per Hand ein gewohnter Vorgang und selbsterklärend. Mittlerweile weiß man: es ist oft besser die Unterschrift nicht zu ersetzen sondern lediglich für ihre vertrauenswürdige Digitalisierung - einschließlich ihrer biometrischen Merkmale - zu sorgen.

"Die Entgegennahme der Unterschrift ist eben auch ein Akt der Wertschätzung des Kunden. Viele Kunden werden sich wohl an den Slogan-Klassiker von American Express aus den 80ern erinnern: "Bezahlen Sie einfach mit Ihrem guten Namen". Da spielt also viel mehr hinein als die technische Betrachtung." Heinz Reschke, Gründer und CEO von Softpro

Können Sie das anhand von Beispielen konkretisieren?

Als in Deutschland das Signaturgesetz 1997 in seiner ersten Version verabschiedet wurde, war die Kernidee, dass alsbald digitale Signaturen mittels Chipkarten und Geheimzahlen die eigenhändige Unterschrift ablösen sollten. Eine Idee wie sie auch in der Schweiz in vergleichbarer Weise propagiert wurde. Seit einigen Jahren können in Deutschland beispielsweise auf viele Karten mit dem Maestro-Zeichen digitale Zertifikate zur Erzeugung solcher Signaturen geladen werden. Dieser Service ist jedoch kaum nachgefragt. In Zukunft soll auch der elektronische Personalausweis solche Zertifikate aufnehmen können. Ob und wann solche Signaturen im deutschsprachigen Raum von der breiten Bevölkerung genutzt werden, lässt sich Ende 2009 immer noch nicht seriös prognostizieren.

Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband empfiehlt heute seinen Mitgliedern bewußt auf die elektronische Unterschrift zu setzen, da sie dem Kunden ein bewusstes Kauferlebnis verschafft. Neben des besseren Nachweises eines Vorgangs für die Revision streicht der DSGV auch Marketing- und Vertriebsaspekte heraus: Die Entgegennahme der Unterschrift ist eben auch ein Akt der Wertschätzung des Kunden. Viele Kunden werden sich wohl an den Slogan-Klassiker von American Express aus den 80ern erinnern: "Bezahlen Sie einfach mit Ihrem guten Namen". Da spielt also viel mehr hinein als die technische Betrachtung.

Bei Kredit- und Finanzinstituten ist die Anwendung offensichtlich. Gibt es noch andere Bereiche, die heute schon elektronische Unterschriften weitläufig einsetzen?

Nachdem die Kreditinstitute immer mehr den Kontakt zu ihren Kunden betonen und im Wettbewerb zu den Direktbanken die Kundengespräche schon regelrecht inszenieren, stellen wir fest, dass die eigenhändige Unterschrift auf breiter Front in immer mehr digitale Arbeitsabläufe eingebunden wird: Spezielle Tabletts zur Erfassung von Unterschriften, so genannte Signpads, sind heute an vielen Orten im Einsatz.

Elektronisches Unterschreiben ist ein Thema dass längst nicht mehr nur Kreditinstitute und Versicherungen betrifft: Wer in der Schweiz einen Vertrag für Telekommunikations-Dienstleistungen am Point of Sales unterschreibt, tut dies in den Shops von Sunrise oder beim Broker Mobile Zone heute auf Signpads. Auch die Unterschriftenaufnahme für die Erstellung von Identitätsdokumenten wie Personalausweis oder Reisepass wird zunehmend auf diesen Geräten vorgenommen. Zum Einsatz kommt dabei eine Software bei der vorwiegend PDF-Dokumente biometrisch unterschrieben und gleichzeitig elektronisch signiert werden. Auf internationaler Ebene können wir Anwendungsbeispiele im Handel unterschiedlichster Güter, in Arztpraxen und Krankenhäusern oder in der industriellen Produktion vorweisen.

Andere Formen der Authentifizierung durch biometrische Merkmale sind ebenfalls möglich - wie der Vergleich von Fingerbild, der Iris oder des gesamten Gesichts. Wo liegen die Vorteile beim Einsatz von Unterschriften gegenüber diesen Verfahren?

Unterschriften sind ein eindeutiger Beweis einer aktiven Willenserklärung. Unter den biometrischen Merkmalen sind sie den verhaltenstypischen Merkmalen zuzuordnen. Da gibt es beispielsweise auch noch die Möglichkeit Anwender am Rhythmus des Tippens auf einer Tastatur zu erkennen oder an den Lippenbewegungen beim Sprechen. Anwendungen, die auf diesen Merkmalen basieren haben allerdings bisher kaum eine kommerzielle Relevanz. Das sieht mit Anwendungen, die auf der Erkennung von Körpermerkmalen wie dem Fingerbild, der Iris oder dem Gesicht als ganzes basieren schon ganz anders aus. Da gibt es auch in der Schweiz zahlreiche aktive Anwendungen, beispielsweise in der Zutrittskontrolle. So ist sind einfachere Fingerbildsensoren auch schon in viele Notebooks eingebaut und ersetzen so die Passworteingabe. Bei der Erkennung von Körpermerkmalen ist es aber auch möglich jemand gegen seinen Willen zu authentifizieren, beispielsweise durch das Bild des Gesichtes in Reisedokumenten.

"Die sofortige Digitalisierung der eigenhändigen Unterschrift spart nach Berechnungen unterschiedlicher Anwender je nach Prozesskette im Schnitt zwischen zwei und drei Franken pro Dokument, manchmal sogar noch deutlich mehr."

Das Unterschreiben wird nach wie vor als persönlichste Form der Authentifizierung empfunden und hat sich auch in einer elektronischen Form als selbsterklärend bewiesen. Was wenig bekannt ist: Unterschriften bieten biometrische Merkmale wie die individuell typischen Druckstufen oder Wechsel in der Schreibgeschwindigkeit. Man muss also nicht nach einer Alternative zur Unterschrift für die Authentifizierung suchen sondern lediglich nach einer vertrauenswürdigen Digitalisierung und deren verlässlichen Einbindung in den digitalen Workflow.

Die Spanische Konföderation der Sparkassen hat das Projekt für die Elektronische Unterschrift ("Firma Digitalizada") als innovativstes Projekt innerhalb des Verbandes ausgezeichnet und der europäische IT-Sicherheitsverband TeleTrusT hat es mit seinem Innovationspreis 2009 versehen. Was war die Rolle von Softpro und welches waren die innovativen Aspekte des Projektes?

Die spanischen Sparkassen entschlossen sich 2008 unter dem Titel "Firma Digitalizada" für eine groß angelegte Initiative zur Digitalisierung der eigenhändigen Unterschrift in den Geschäftsstellen. Innerhalb kurzer Zeit wurden über 10.000 Tabletts zur Unterschriftenerfassung an den Schaltern installiert. Im Oktober 2009 erhielten die Spanier für ihr Projekt "Firma Digitalizada" den Innovationspreis des europäischen IT-Sicherheitsverbandes TeleTrusT.

Ausgezeichnet wurde damit die erfolgreiche Umsetzung der elektronischen Signatur mit eigenhändiger Unterschrift. Genauer gesagt handelt es sich um eine Verbindung digitalisierter Unterschriften mit digitalen Signaturen. Dabei werden die biometrischen Daten der eigenhändigen Unterschrift mit kryptographischen Verfahren kombiniert. CECA hat für "Firma Digitalizada" unser SignPad eSignio und unser Software Development Kit SignWare in den Dokumenten-Workflow integriert. Da sich das nicht in zwei, drei Sätzen erschöpfend erklären lässt, haben wir auf unserer Website einen ausführlichen Bericht zu dieser Anwendung online gestellt.

[1] 2 3 4 Fortsetzung...

• Softpro


  • Polizeiliche Kriminalstatistik 2008 - Erneut hohe Fallzahl bei Konto- und Überweisungsbetrug
    Berlin - Bundesinnenminister Dr. Wolfgang Schäuble und der Vorsitzende der Ständigen Konferenz der Innenminister und -senatoren der Länder, Bremens Innensenator Ulrich Mäurer, stellten in Berlin die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) für das Jahr 2008 vor. Für das Jahr 2008 wurden 16.039 Fälle von Konto- und Überweisungsbetrug gemeldet.
  • Softpro kündigt kompaktes Unterschriftentablett an
    Böblingen - Der Böblinger Software-Spezialist für die Erfassung und Prüfung von Unterschriften, Softpro, will noch im laufenden Jahr ein neues Tablett mit LC Display unter der Bezeichnung SignPad Compact für die papierlose Erfassung von Unterschriften im mobilen Einsatz auf den Markt bringen.
  • Spanische Sparkassen holen sich mit Softpro-Lösung den TeleTrust-Innovationspreis
    Seit 1999 verleiht der IT-Sicherheitsverband TeleTrusT Deutschland e.V. entsprechend seinem Satzungsziel - der Förderung eines vertrauenswürdigen elektronischen Geschäftsverkehrs - einen "Innovationspreis zur Anwendung elektronischer Signaturen in Europa". Den Hauptpreis erhielt der spanische Sparkassenverband CECA für sein Projekt "Digitale Signaturen im Finanzsektor".
  • Softpro auf der CeBIT 2010: Besser Unterschreiben ohne Papier
    Hannover - Die eigenhändige Unterschrift wird als Garant für Authentizität in immer mehr digitale Arbeitsabläufe eingebunden. 2009 setzte der IT-Sicherheitsverband TeleTrusT mit der Auszeichnung für den Softpro-Kunden CECA - der spanischen Sparkassen-Organisation - ein deutliches Signal. 2010 stellt CECA diese Lösung mit Softpro als "Best Practice" auf der CeBIT vor.
  • TÜV Saarland zertifiziert Softpros SignDoc als "geprüfte Software"
    Böblingen - SignDoc erhielt als jüngste Auszeichnung das Zertifikat des TÜV Saarland als "geprüfte Software". Der TÜV bestätigt damit einfache und sichere Bedienung der weltweit führenden Software für elektronisches Signieren mit eigenhändiger Unterschrift. SignDoc wurde getestet im Zusammenspiel mit dem Unterschriftentablett SignPad eSignio.
  • Softpro und Wacom: Neues Pad für elektronische Unterschrift im Herbst
    Böblingen - Softpros Hardware-Partner Wacom hat die Markteinführung des SignPad Color "Wacom STU-520" angekündigt. Es ist das erste Signaturtablett in dieser Serie, das mit einem Farbdisplay ausgestattet ist. Das hochwertige Stifttablett kombiniert eine exzellente Erfassung von Unterschriften mit Möglichkeiten zur Kunden-Kommunikation.


Print Email

  


Und ausserdem...