Josef Schuster, CEO und Gründer IPOX Schuster LLC

Dr. Josef Schuster, CEO und Gründer IPOX Schuster LLC, Chicago.

von Gérard Al-Fil
Herr Schuster, was bieten Sie mit IPOX Schuster genau an?
IPOX Schuster LLC ist ein innovatives Finanzdienstleistungsunternehmen, das sich auf die Konstruktion und Vetrieb von Finanzprodukten und Indices im Bereich globale Aktienneuemissionen und Spin-offs konzentriert. Die Philosophie des Unternehmens besteht in der Definition von Aktienneuemission und spin-offs als separate Investitionsklasse für einen beschränkten Zeitraum nach Handelsbeginn an der Börse. Unser Hauptprodukt sind die IPOX® Indexes, eine Serie von derzeit 50 Indices, mit denen die Börsenentwicklung von globalen IPOs und spin-offs genau und skalierbar dargestellt wird. Die IPOX® Indices machen es möglich, im Sinne der Portfoliooptimierung vom langfristen Potenzial von IPOs und spin-offs zu profitieren.
Wieviel Gewicht bringen eigentlich Neuemissionen auf die globale Waage?
Der Markt für globale Neuemissionen ist ökonomisch signifikant. Im Durchschnitt wird im Jahr ca. 600 Mrd. Dollar an Marktkapitalisierung durch Neuemissionen geschaffen und die Renditeentwicklung dieser Aktien nach der Börseneinführung ist oftmals anders als die der Leitindices, was mit den einzigartigen Auswirkung des going publics auf Firmen zu tun hat. Es ist deshalb wichtig, die Renditeentwicklung dieser Aktien mit dem richtigen Ansatz und Portfoliokonstuktion separat vom Markt zu verfolgen.
Wer sind Ihre Kunden?
Seit dem ersten Produkt im Juli 2005 haben sich die IPOX Indices als alternative Form der Investition in Wachstumsaktien etabliert und werden weltweit in verschiedenen Feldern angewandt. Mehr als 50 verschiedene Finanzprodukte im Volumen von ca. 3 Mrd. Dollar sind bisher an die Indexgruppe gebunden. Dazu gehören z.B. Fondsprodukte in den USA, die von der Morgan Stanley Tochter Van Kampen Investments oder First Trust aufgelegt wurden, strukturierte Produkte von Bank Santander, ABN Amro/RBS, UBS, Bank Sarasin in Europa oder an IPOX gebundene Fonds in Hong Kong, Singapur oder Südkorea aufgelegt von Macquarie oder DBS. Ausserdem haben chinesische Banken wie z. B. China Minsheng Bank oder China Everbright IPOX benutzt, in globale Wachstumsaktien zu investieren. Die Struktur wurde dann von Banken wie Goldman Sachs, Barclays Capital, Merrill Lynch oder JP Morgan abgewickelt.
Fiel denn 2009 bislang ausreichend Geschäft an? Die Zahl der IPOs war ja aufgrund der Finanzkrise stark rückläufig.
Aus den drei Sparten Fonds, Strukturierte Produkte und Datenservice hat sich cor allem auf Jahresbasis das Geschäft mit strukturierten Produkten merklich abgeschwächt: Dies aufgrund der Entwicklung bei einigen Banken, die oftmals diesen Bereich stark zurückfuhren oder ganz schlossen. Im Gegensatz nimmt das Geschäft mit Institionen und Pensionsfonds zu. Dies hat mit der guten langfristigen Renditeentwicklung zu tun sowie dem Charakter der IPOX Indices, einen bisher untergewichteten Sektor effektiv abzudecken. Der Finanzkrise begegnet IPOX darüber hinaus mit verstärkter Investition in Forschung und Entwicklung: Wir bieten z. B. seit Kurzem auch IPOX Long-Short Produkte an, die marktneutrale Charakteristiken haben.
"Seit dem ersten Produkt im Juli 2005 haben sich die IPOX Indices als alternative Form der Investition in Wachstumsaktien etabliert und werden weltweit in verschiedenen Feldern angewandt."
Wie verhält es sich mit Neuemissionen?
Von der abnehmenden Zahl von IPOs ist IPOX weniger betroffen, da IPOs und spin-offs über mindestens vier Jahre global verfolgt werden. Zudem gab es auch im vergangen Jahr eine ganze Reihe von grossen globalen IPOs und spin-offs wie z. B. Philip Morris International, Lorillard, China Railways, Renhe Commercial, China Railway Construction oder OGX.
Wie haben sich die IPOs in den verschiedenen Weltregionen entwickelt, also Europa, Asien, USA?
Die Investition in IPOs gegenüber den jeweiligen Leitindices lohnt sich langfristig. Grund ist der disziplinierte Selektionprozess und solide Portfoliokonstruktion, die IPOX anbietet: So hat z. B. der IPOX-30 U.S. Index, der die Börsenentwicklung der grössten 30 U.S. IPOs und spin-offs der letzten vier Jahre misst, den Russell 3000 in den letzten fünf Jahren bei nur leicht höherem Risiko um massive 7500 Basis Punkte, also um 75 Prozent, geschlagen. Auf globaler Ebene war die relative Renditeentwicklung ähnlich. Die Entwicklung europäischer und asiatischer IPOs war etwas moderater. Vor allem in Europa sind die Indices dank der Übergewichtung im Minensektor im letzten Jahr überdurchschnittlich gefallen, haben sich aber in diesem Jahr erholt.
Können sie konkrete Beispiele nennen?
Über einen kurzen Zeitraum haben die relativ wenigen IPOs der vergangenen Monate im Durchschnitt gut abgeschnitten: Ich denke da z.B. an Renhe Commercial, einem Projektentwickler von unteririschen Einkaufszentren in China, das sich seit dem IPO im November letzten Jahres bei geringem Risiko fast verdoppelte. Darüber hinaus fallen mir US-Firmen wie Philip Morris International, Lorillard, Dr. Pepper Snapple sowie Mead Johnson auf, vier Konsumaktion mit hohen Dividendenrenditen, die sich seit ihrer jüngsten Börseneinführung in den USA gegenüber dem Markt sehr gut entwickelten. Besonderes Augenmerk lege ich auf Gree Inc., dem ersten börsennotierten Social Networker in Japan, ein Massstab für Twitter oder Facebook. Die Aktie verdoppelte sich seit der Einführung Anfang des Jahres. Alle diese Werte sind in IPOX enthalten.
Welche Kriterien müssen IPOs erfüllen, um in ihre Indices aufgenommen zu werden?
Grundsätzlich werden nur typische IPOs und spin-offs betrachtet, keine Unit Offerings, Fonds, Real Estate Investment Trusts und dergleichen. Es gibt drei Kriterien wie Grösse, Float und Rendite am ersten Handelstag, die dann für eine Aufnahme in Betracht gezogen werden. Aktien, die diese drei Kriterien erfüllen, werden dann in den IPOX Global Composite Index aufgenommen und mindestens über vier Jahre systematisch gehalten und nach Marktkapitalisierung gewichtet. Dieser IPOX Global Composite Index besteht aus derzeitig 2300 Firmen mit ca. 2.5 Bllionen Dollar Marktkapitalisierung. Zur Bildung der IPOX Sub-Indices, wie dem IPOX-30 Global, IPOX-30 U. S., JP Morgan IPOX Europe 50, IPOX Latin America 20 oder IPOX China 20 Index, werden dann quartalsmässig die grössten Firmen in dem relevanten Universum des IPOX Global Composite Index ausgewählt und Regeln zur Risikostreuung angewandt. Das ergibt eine systematische, semi-passive und skalierbare Indexgruppe, welche die Renditeentwicklung der grössten IPOs und spin-offs genau wiedergibt. Einige IPOX Schwergewichte werden auch bei Hedge Fonds übergewichtet, wie z.B. Mastercard, Philip Morris International, Visa oder Lorrilard.
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