Artur P. Schmidt: «The Eagle Has Landed!»

Edwin "Buzz" Aldrin am 20. Juli 1969 auf dem Mond - aufgenommen von Neil Armstrong.

Von Artur P. Schmidt
info@wissensnavigator.com
Einen Monat später gelang den Russen mit dem Sputnik-2 (mit einer Nutzlast von 508 kg) das erste Tier, eine Hündin mit dem Namen Laika, in den Weltraum zu befördern. Als Chruschtschow am 2. Januar 1958 eine Rede hielt, in der er hervorhob, dass die Nutzlasten mit den russischen Raketensystemen spielend verdoppelt, ja sogar mehr als verdoppelt werden könnten, brach in den USA ein Sturm der Empörung aus. Die Öffentlichkeit wollte nun endlich auch amerikanische Erfolge in der Raumfahrt sehen.
Präsident Eisenhower forcierte die Neuordnung der amerikanischen Raumfahrtbemühungen, was bereits am 14. April 1958 vor dem Kongress zum Gesetzesentwurf über die Gründung der NASA führte. Doch erst drei Jahre später, als der amerikanische Präsident John F. Kennedy am 25. Mai 1961 eine visionäre Rede hielt, entstand die nationale Aufbruchstimmung für das Jahrhundertereignis: "Ich glaube, dass diese Nation sich das Ziel setzen sollte, bevor dieses Jahrzehnt zu Ende geht, einen Menschen auf dem Mond zu landen und ihn sicher wieder zur Erde zurückzubringen. Kein anderes Projekt der Raumfahrt in unserer Zeit wird für die Menschheit eindrucksvoller und für die langfristige Erforschung des Weltraums bedeutender und keines wird schwieriger zu erfüllen sein... Aber in einem tieferen Sinn wird es auch nicht nur ein Mann sein, der zum Mond aufbricht, sondern, wenn wir nur entschlossen sind, die ganze Nation". Damit legte Kennedy den Grundstein für einen Technologiewettlauf, wie ihn die Welt zuvor und auch danach nicht mehr gesehen hat.
Reise zum Mond
Im 19. Jahrhundert schrieb Jules Verne seinen berühmten Roman "Reise zum Mond", in dem drei Amerikaner von Florida aus zum Mond reisen. Bemerkenswert an Vernes Roman ist vor allem, dass es später tatsächlich drei Amerikaner waren, die als erste von Florida aus zum Mond flogen.
Der Durchmesser des Mondes beträgt 3476 km. Seine Fläche ist etwa 1/14 und seine Massen ist lediglich 1/81 der Erdmasse. Die Anziehungskraft ist auf dem Mond zur etwa 1/6 wie auf der Erde, was bei den Astronauten stets ein atemberaubendes Gefühl der Leichtigkeit erzeugte. Der Mond, der schon immer Dichter und Denker bewegt hat, war die geeignete Herausforderung, eine Art Mythos, den es zu erobern galt. Die Entfernung zu diesem in Wirklichkeit steinernen Mythos beträgt im Mittel 384.000 Kilometer. Zum Vergleich würde ein heutiges Verkehrsflugzeug mit einer Reisegeschwindigkeit von 900 km/h etwa 2,5 Wochen benötigen, um diesen zu erreichen. Doch auch beim Wettlauf um den Mond schienen die Russen einen deutlichen Vorsprung zu haben. Mit Luna-3 war es den Russen bereits 1959 gelungen, als erste mit einer Sonde am Mond vorbeizufliegen, sodass Fotos von dessen Rückseite zur Erde gefunkt werden konnten.
Überlegenheit der Sowjets?
So sehr sich die Amerikaner auch bemühten, es gelang den Amerikaner von 1960 bis 1965 nicht an die russischen Raumfahrterfolge anzuknüpfen. Am 12. April 1961 schickten die Russen Juri Gagarin in eine Umlaufbahn um die Erde. Erstmals in der Geschichte der Menschheit sah ein Mensch, dass der Planet Erde von aussen gesehen als blaue Kugel erscheint (eine Tatsache, die niemand vorhergesehen hatte). Am 6. August 1961 gelang es dem Kosmonauten German Titow mit Wostok-2 über 25 Stunden im Weltraum zu bleiben und dabei 17 Erdumkreisungen durchzuführen. 1963 brachten die Russen mit Walentian Tereschkowa die erste Frau und am 12. Oktober 1964 mit Woschod-1 die erste dreiköpfige Besatzung in den Weltraum. Der Vorsprung, den die Russen hatten, schien uneinholbar, da diese über leistungsfähigere Raketen als die Amerikaner verfügten.
Der Grund hierfür war, dass Stalin am Ende des 2. Weltkrieges den Befehl gab, die Entwicklung von Raketen, die bis nach Amerika fliegen und ebensoviel Nutzlast wie ein Bomber tragen können, zu forcieren. Als der Wettlauf um die Eroberung der Umlaufbahnen begann, verfügten die Russen in den 50er Jahren über ein den Amerikanern überlegenes Trägersystem. Möglich wurde dies durch die Bündelung von Raketenantrieben und nicht durch ein geheimnisvolles Supertriebwerk. Den Russen ging es bei ihren auf die Medien ausgerichteten Aktivitäten vor allem um die Demonstration militärischer Macht. In den 60er Jahren wurde die Eroberung des Mondes somit vor allem als ein Nervenkrieg geführt. Warum die Russen Anfang 1965 die Amerikaner technologisch davonziehen liessen, ist bis heute nicht geklärt. Es dürften aber nach dem Sturz Chruschtschows vor allem Budgetkürzungen gewesen sein, die den Siegeszug der russischen Raumfahrt zunächst stoppten.
Die Amerikaner holen auf
Ein wichtiger Schritt, um die Russen technologisch einzuholen, war das Mercury-Programm. Am 05. Mai 1961 flog Alan B. Shepard als erster Amerikaner mit einer Mercury-Kapsel (Mercury-3 Mission) ins Weltall. Die von Wernher von Braun designte Redstone-Rakete trug ihn auf eine ballistische Flugbahn mit einer Flughöhe von 184 km. Am 20. Februar 1965 gelang es John H. Glenn bei der Mercury-6 Mission dreimal die Erde zu umrunden. Doch erst mit dem Gemini-Programm und der Titan-II Rakete hatten die Amerikaner ein leistungsfähigeres System als die Russen. Der erste bemannte Gemini-Flug (Gemini-III) am 23. März 1965 mit den Astronauten Virgil Grissom und John Young war ein voller Erfolg, der jedoch publizistisch etwas unterging, da den Russen am 18. März 1965 mit Alexej Leonow der erste 10-minütige Weltraumspaziergang gelang.
Doch dies war das letzte Mal, dass die Russen den Amerikanern die Schau stahlen. Im Dezember 1965 gelang es den Astronauten von Gemini-VI, Walter Schirra und Thomas Stafford, erstmals in der Geschichte der Raumfahrt erfolgreich ein Rendezvousmanöver durchzuführen. Dessen Beherrschung war die Voraussetzung, um erfolgreich bemannte Flüge zum Mond durchführen zu können. Der Gemini-VII Flug hatte darüber hinaus gezeigt, dass sich Menschen ohne gesundheitliche Schäden längere Zeit im Weltall aufhalten können. Die Astronauten Frank Borman und James Lovell waren insgesamt 330 Stunden und 35 Minuten während dieser Mission im Raum geflogen. Ende 1966 hatten die Amerikaner bereits 19 Astronauten mit etwa 2000 Stunden Raumflugerfahrung gegenüber 11 russischen Kosmonauten mit etwa 500 Flugstunden im All.
[1] 2 3 Fortsetzung...
NASA
Wallstreetcockpit
Wissensnavigator
The Boeing Company
North American Aviation Inc. bei Wikipedia
Douglas Aircraft Corporation bei Wikipedia
Grumman Aircraft Engineering bei Wikipedia
IBM
Restauriertes NASA-Video Mondlandung 20.07.1969 auf YouTube