Kolumne | Sonntag, 19. Juli 2009 10:49 | 66132

Vor 40 Jahren fand eines der bedeutendsten Ereignisse des vorigen Jahrtausends statt: Die Landung von Menschen auf dem Mond am 20. Juli 1969. Ausgangspunkt dieses Abenteuers war der sogenannte Sputnik-Schock, den der erste künstliche russische Satellit Sputnik-1 am 4. Oktober 1957 bei den Amerikanern auslöste.



Artur P. Schmidt: «The Eagle Has Landed!»

66132img
 Edwin "Buzz" Aldrin am 20. Juli 1969 auf dem Mond - aufgenommen von Neil Armstrong.
 

Von Artur P. Schmidt
info@wissensnavigator.com

Einen Monat später gelang den Russen mit dem Sputnik-2 (mit einer Nutzlast von 508 kg) das erste Tier, eine Hündin mit dem Namen Laika, in den Weltraum zu befördern. Als Chruschtschow am 2. Januar 1958 eine Rede hielt, in der er hervorhob, dass die Nutzlasten mit den russischen Raketensystemen spielend verdoppelt, ja sogar mehr als verdoppelt werden könnten, brach in den USA ein Sturm der Empörung aus. Die Öffentlichkeit wollte nun endlich auch amerikanische Erfolge in der Raumfahrt sehen.

Präsident Eisenhower forcierte die Neuordnung der amerikanischen Raumfahrtbemühungen, was bereits am 14. April 1958 vor dem Kongress zum Gesetzesentwurf über die Gründung der NASA führte. Doch erst drei Jahre später, als der amerikanische Präsident John F. Kennedy am 25. Mai 1961 eine visionäre Rede hielt, entstand die nationale Aufbruchstimmung für das Jahrhundertereignis: "Ich glaube, dass diese Nation sich das Ziel setzen sollte, bevor dieses Jahrzehnt zu Ende geht, einen Menschen auf dem Mond zu landen und ihn sicher wieder zur Erde zurückzubringen. Kein anderes Projekt der Raumfahrt in unserer Zeit wird für die Menschheit eindrucksvoller und für die langfristige Erforschung des Weltraums bedeutender und keines wird schwieriger zu erfüllen sein... Aber in einem tieferen Sinn wird es auch nicht nur ein Mann sein, der zum Mond aufbricht, sondern, wenn wir nur entschlossen sind, die ganze Nation". Damit legte Kennedy den Grundstein für einen Technologiewettlauf, wie ihn die Welt zuvor und auch danach nicht mehr gesehen hat.

Reise zum Mond
Im 19. Jahrhundert schrieb Jules Verne seinen berühmten Roman "Reise zum Mond", in dem drei Amerikaner von Florida aus zum Mond reisen. Bemerkenswert an Vernes Roman ist vor allem, dass es später tatsächlich drei Amerikaner waren, die als erste von Florida aus zum Mond flogen.

Der Durchmesser des Mondes beträgt 3476 km. Seine Fläche ist etwa 1/14 und seine Massen ist lediglich 1/81 der Erdmasse. Die Anziehungskraft ist auf dem Mond zur etwa 1/6 wie auf der Erde, was bei den Astronauten stets ein atemberaubendes Gefühl der Leichtigkeit erzeugte. Der Mond, der schon immer Dichter und Denker bewegt hat, war die geeignete Herausforderung, eine Art Mythos, den es zu erobern galt. Die Entfernung zu diesem in Wirklichkeit steinernen Mythos beträgt im Mittel 384.000 Kilometer. Zum Vergleich würde ein heutiges Verkehrsflugzeug mit einer Reisegeschwindigkeit von 900 km/h etwa 2,5 Wochen benötigen, um diesen zu erreichen. Doch auch beim Wettlauf um den Mond schienen die Russen einen deutlichen Vorsprung zu haben. Mit Luna-3 war es den Russen bereits 1959 gelungen, als erste mit einer Sonde am Mond vorbeizufliegen, sodass Fotos von dessen Rückseite zur Erde gefunkt werden konnten.

Überlegenheit der Sowjets?
So sehr sich die Amerikaner auch bemühten, es gelang den Amerikaner von 1960 bis 1965 nicht an die russischen Raumfahrterfolge anzuknüpfen. Am 12. April 1961 schickten die Russen Juri Gagarin in eine Umlaufbahn um die Erde. Erstmals in der Geschichte der Menschheit sah ein Mensch, dass der Planet Erde von aussen gesehen als blaue Kugel erscheint (eine Tatsache, die niemand vorhergesehen hatte). Am 6. August 1961 gelang es dem Kosmonauten German Titow mit Wostok-2 über 25 Stunden im Weltraum zu bleiben und dabei 17 Erdumkreisungen durchzuführen. 1963 brachten die Russen mit Walentian Tereschkowa die erste Frau und am 12. Oktober 1964 mit Woschod-1 die erste dreiköpfige Besatzung in den Weltraum. Der Vorsprung, den die Russen hatten, schien uneinholbar, da diese über leistungsfähigere Raketen als die Amerikaner verfügten.

Der Grund hierfür war, dass Stalin am Ende des 2. Weltkrieges den Befehl gab, die Entwicklung von Raketen, die bis nach Amerika fliegen und ebensoviel Nutzlast wie ein Bomber tragen können, zu forcieren. Als der Wettlauf um die Eroberung der Umlaufbahnen begann, verfügten die Russen in den 50er Jahren über ein den Amerikanern überlegenes Trägersystem. Möglich wurde dies durch die Bündelung von Raketenantrieben und nicht durch ein geheimnisvolles Supertriebwerk. Den Russen ging es bei ihren auf die Medien ausgerichteten Aktivitäten vor allem um die Demonstration militärischer Macht. In den 60er Jahren wurde die Eroberung des Mondes somit vor allem als ein Nervenkrieg geführt. Warum die Russen Anfang 1965 die Amerikaner technologisch davonziehen liessen, ist bis heute nicht geklärt. Es dürften aber nach dem Sturz Chruschtschows vor allem Budgetkürzungen gewesen sein, die den Siegeszug der russischen Raumfahrt zunächst stoppten.

Die Amerikaner holen auf
Ein wichtiger Schritt, um die Russen technologisch einzuholen, war das Mercury-Programm. Am 05. Mai 1961 flog Alan B. Shepard als erster Amerikaner mit einer Mercury-Kapsel (Mercury-3 Mission) ins Weltall. Die von Wernher von Braun designte Redstone-Rakete trug ihn auf eine ballistische Flugbahn mit einer Flughöhe von 184 km. Am 20. Februar 1965 gelang es John H. Glenn bei der Mercury-6 Mission dreimal die Erde zu umrunden. Doch erst mit dem Gemini-Programm und der Titan-II Rakete hatten die Amerikaner ein leistungsfähigeres System als die Russen. Der erste bemannte Gemini-Flug (Gemini-III) am 23. März 1965 mit den Astronauten Virgil Grissom und John Young war ein voller Erfolg, der jedoch publizistisch etwas unterging, da den Russen am 18. März 1965 mit Alexej Leonow der erste 10-minütige Weltraumspaziergang gelang.

Doch dies war das letzte Mal, dass die Russen den Amerikanern die Schau stahlen. Im Dezember 1965 gelang es den Astronauten von Gemini-VI, Walter Schirra und Thomas Stafford, erstmals in der Geschichte der Raumfahrt erfolgreich ein Rendezvousmanöver durchzuführen. Dessen Beherrschung war die Voraussetzung, um erfolgreich bemannte Flüge zum Mond durchführen zu können. Der Gemini-VII Flug hatte darüber hinaus gezeigt, dass sich Menschen ohne gesundheitliche Schäden längere Zeit im Weltall aufhalten können. Die Astronauten Frank Borman und James Lovell waren insgesamt 330 Stunden und 35 Minuten während dieser Mission im Raum geflogen. Ende 1966 hatten die Amerikaner bereits 19 Astronauten mit etwa 2000 Stunden Raumflugerfahrung gegenüber 11 russischen Kosmonauten mit etwa 500 Flugstunden im All.

[1] 2 3 Fortsetzung...

• NASA

• Wallstreetcockpit

• Wissensnavigator

• The Boeing Company

• North American Aviation Inc. bei Wikipedia

• Douglas Aircraft Corporation bei Wikipedia

• Grumman Aircraft Engineering bei Wikipedia

• IBM

• Restauriertes NASA-Video Mondlandung 20.07.1969 auf YouTube


  • Artur P. Schmidt, CEO Unternehmercockpit (Teil 1)
    «Dass mit Philipp Hildebrand ein ehemaliger Hedge Fund-Manager in der obersten Führung der SNB sitzt, der dem Zinssenkungs-Fetischismus huldigt, erhöht das Risiko, dass sich die Schweiz in Bälde in ein zweites Island verwandelt. Dies ist eine ähnliche Fehlbesetzung wie Obamas Finanzminister Timothy Geithner, der als Präsident der New Yorker Fed massgeblich für das Versagen der Bankenaufsicht im Vorfeld der Finanzkrise verantwortlich war.»
  • Artur P. Schmidt, CEO Unternehmercockpit (2. Teil)
    «Das Unternehmercockpit steht für eine völlig neue Form des Risk-Managements. Das vielleicht am wenigsten verstandene Prinzip in den Märkten ist, dass alle Ereignisse voneinander abhängen, rückgekoppelt sind. Für die meisten Akteure bleiben die versteckten Muster in den Märkten aber unverstanden. Deshalb benötigt man eine Art Röntgengerät, die diese sichtbar macht.»
  • Artur P. Schmidt: "Unter Bankstern"
    Die Banken haben den Planeten in ein riesiges globales Ponzi-Schema verwandelt. Sie werden fragen, was dies ist? Nun, es ist ein Schnellballsystem, bei dem diese immer mehr Geld von den Kunden einsammeln, Ihnen damit Produkte verkaufen, mit denen nur sie selbst verdienen, bei dem sie darauf hoffen, dass der Kunde die ihm angedrehten Produkte möglichst für immer behält und dann, falls das ganze Kartenhaus dennoch zusammenbricht, den Staat um Hilfe rufen.
  • Artur P. Schmidt: Porsche ist alles andere als pleite
    «Kaum ein anderes Unternehmen in Deutschland hat in den letzten Jahren eine bessere Gewinnentwicklung hingelegt als Porsche. Genau deshalb konnte man sich die Mehrheitsbeteiligung an Volkswagen leisten. Das profitabelste aller deutschen Auto-Unternehmen ist alles andere als pleite, es ist lediglich der Anlauf zur Übernahme von Volkswagen gescheitert.»
  • Artur P. Schmidt: Es lebe die Freiheit!
    «Während der Bush-Cheney-Junta haben die grossen Rüstungskonzerne Milliarden mit dem 2. Irakkrieg verdient, die Banken mit immer neuen Derivaten diesen Wahnsinn finanziert, während die Steuerzahler jetzt für die Exzesse über eine ausufernde Staatsverschuldung zur Kasse gebeten werden.»
  • Artur P. Schmidt: Tanz der Management-Vampire – Der Malik-Ansatz
    Diese Kolumne ist nicht länger verfügbar. Leider hatte Herr Malik wenig Sinn für den kritischen Kommentar des Kolumnisten Artur P. Schmidt. Anstatt ihn zum Beispiel zum Wortgefecht auf Moneycab aufzufordern oder mit einer eigenen Kolumne gekonnt Paroli zu bieten, liess er über seine Rechtsanwälte, die ihn persönlich wie auch das Malik Management Zentrum St. Gallen AG und die Malik Gruppe vertreten, eine Klage wegen Persönlichkeitsverletzung androhen.
  • Artur P. Schmidt: Amerikas finanzieller Supergau
    «Schon heute ist abzusehen, dass Amerika den Verpflichtungen seiner Gläubiger ohne deren Schuldenverzicht nicht nachkommen können wird. Tim Geithners gegenteiligen Bekundungen ist wenig Glaubwürdigkeit zu schenken, auch wenn es Ben Bernanke durch den Rückkauf von Staatsanleihen immer wieder gelingt, den Verfall der Bondpreise auf Kosten der Fed-Bilanz zu bremsen.»
  • Artur P. Schmidt: US-Staatsanleihen zum Abschuss freigegeben
    «Alles was in den letzten Monaten von Seiten der Fed und der US-Regierung getan wurde, hat nur scheinbar das Vertrauen in die Finanzmärkte zurückgebracht. Sobald das Auge des Hurrikans verlassen wird, dürften die Aktien- und Bondmärkte in ihre finale Abwärtsspirale übergehen, an deren Ende eine Hyperinflation und ein möglicher Staatsbankrott der USA stehen.»
  • Artur P. Schmidt: Die Rallye steht auf tönernen Füssen
    «So lange die Fed versucht, die Zinsen künstlich niedrig zu halten und durch die gigantischen Aufkäufe von Anleihen eine Bondblase grössten Ausmasses erzeugt, besteht die Gefahr eines noch grösseren Crashs, als wir ihn bisher gesehen haben.»
  • Artur P. Schmidt: Droht ein neuer Krieg ums Öl?
    «Von einem Wandel in der Politik in den USA ist bisher ebenfalls nichts zu spüren, vielmehr wird immer mehr in alte Rituale zurückgefallen. Öl ist immer noch das alles beherrschende Thema für die US-Wirtschaft und genau aus diesem Umstand heraus hat Präsident Obama die Verteidigungsausgaben nicht gesenkt, sondern um weitere 10 Prozent erhöht.»
  • Artur P. Schmidt: Europas historische Chance
    «Je mehr die amerikanische Federal Reserve über Bailouts versucht das System zu stabilisieren und je mehr Geld sie dafür über angekaufte Anleihen in den Umlauf bringt, desto katastrophaler wird sich die Weltwirtschaft entwickeln, wenn der Hurrikan in Bälde mit voller Wucht auf das amerikanische Festland trifft.»
  • Artur P. Schmidt: Protektionistische Sandkastenspiele
    «Der freie Handel ist für die chinesische Wirtschaft von fundamentaler Bedeutung und protektionistische Gegenmassnahmen der USA oder aus Europa dürften auch der chinesischen Wirtschaft schwer zusetzen. Die "Wie du mir, so ich dir"-Strategie dürfte sich somit für China sehr schnell als Boomerang herausstellen.»
  • Artur P. Schmidt: Derivate-Supergau ante portas?
    «Bei einem weltweiten Derivatevolumen von 863'000 Milliarden Dollar einem Anteil von 8 Prozent davon an Swaps beträgt der weltweit aufgelegte Betrag am gefährlichsten Finanzinstrument mittlerweile etwa 69'000 Milliarden Dollar, d.h. das 1.25-fache des Weltbruttosozialproduktes von etwa 54'500 Milliarden Dollar.»
  • Artur P. Schmidt: Erst Hyperdeflation, dann Hyperinflation?
    «Wer wie Ben Bernanke glaubt, dass man sich mit immer grösseren Schulden den Weg aus der Kreditverknappung ebnen kann, hat die eigentliche Ursache der Krise nicht begriffen, die eben in einer immer grösseren Verschuldung liegt. Wenn jetzt der Staat mit seiner planwirtschaftlich organisierten Hyperverschuldung das gleiche wie die Konsumenten tut, dann werden wir noch mehr Hyperillusionen ernten.»
  • Artur P. Schmidt: Terminator 5 – Kampf gegen die Finanzmaschinen
    «Über viele Jahre war es gar nicht notwendig gewesen, dass Bankkunden ihre Konten leerten, da dies ja zuvor bereits die Bankster übernommen hatten. Doch mit dem Bankenrun sassen nun die Bankster ohne jegliche Einlagen auf gigantischen Schuldenbergen, ruinierten Kundenkonten oder unsinnigen Bad Banks.»
  • Artur P. Schmidt: Warum stellen wir nicht mehr die Warum-Fragen?
    Die westlichen Industrienationen sind in den letzten Jahren geistig und moralisch völlig degeneriert. Trotz technologischen Fortschritten sind die Realeinkommen gesunken und die Bildung ist zu einem Spezialistentum ohne Verantwortung für das Ganze verkommen. Kein Wunder, dass Begriffe wie Ethik und Moral im entfesselten Kapitalismus scheinbar keine Rolle mehr spielten.
  • Artur P. Schmidt: Postmoderner Diebstahl - Der Staat enteignet seine Bürger
    «Maroden Banken quasi eine Reset-Taste durch Bad Banks zur Verfügung zu stellen und die Kosten der toxischen Papiere durch massives Gelddrucken auf die Bürger abzuwälzen ist einer der grössten Skandale der Nachkriegszeit. Der Staat hat sich als Aufgabe gestellt nur noch zu funktionieren und sein Überleben zu sichern, ohne sich den Ursachen der aktuellen Krise zuzuwenden.»


Print Email


Und ausserdem...


Green World Dossier