Artur P. Schmidt: Ist die Fed bankrott?


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Aushöhlung der Fed-Bilanz
Den besten Einblick in das Ausmass der Weltwirtschaftskrise bietet die Bilanz der Fed, die uns auch etwas über den zukünftigen Wert des Dollars verrät. Seit Ausbruch der Krise hat die Fed kontinuierlich die Qualität des Dollars ausgehöhlt. Dies zeigt sich in der Aufblähung der Fed-Bilanz. Wie massiv die Fed den Märkten an zusätzlicher Liquidität zur Verfügung gestellt hat, zeigt sich darin, dass mittlerweile mehr als zwei Drittel der Bilanz (etwa 1.000 Milliarden USD) aus völlig neuen "Verleihmöglichkeiten" besteht, die die Fed erst im Rahmen der Kreditkrise einführte sowie bestehender Instrumente, die die Fed weiter aufgebläht hat. Ob diese je rückgängig gemacht werden können, bleibt aufgrund der Zuspitzung der Weltwirtschaftskrise mehr als fraglich.
Abb. 2: Die Aushöhlung der Fed-Bilanz;
Quelle: http://www.econbrowser.com/archives/2008/10/balance_sheet_o.html
Verschuldungsinnovationen
Sollte die Fed die so genannte Term Auction Facility auf wie angekündigt 900 Milliarden USD ausbauen, dann dürfte die schon jetzt aufgeblähte Bilanz der Fed völlig aus dem Ruder laufen. Zwar besitzt die Fed ohne Zweifel die Fähigkeit Geld zu drucken, jedoch wissen wir seit der Weimarer Republik, wohin dies führen wird. Hat die Fed bis zum Ausbruch der Krise Geld dadurch geschöpft, dass sie Staatsanleihen von den Banken aufkaufte und diese auf der Aktivseite der Bilanz buchte, so wurden mit der Zuspitzung der Krise immer neue Ausleihmöglichkeiten generiert, die den Nachteil haben, dass diese nur elektronische Kredite darstellen, die Banken nutzen können, um bei Bedarf cash von der Notenbank zu erhalten. Von den 800 Milliarden an Staatsanleihen ist nicht mehr viel übrig geblieben. Diese mussten veräussert werden, um den Banken zusätzliche Liquidität zur Verfügung zu stellen. Jedoch wurde die Liquidität nicht durch eine Vermehrung der umlaufenden Dollars erreicht, sondern durch Bilanzaufblähung durch neuartige Verleihmöglichkeiten, eine besondere Form der Bilanzmanipulation. Um diese zu unterstützen mussten die kurzfristigen Zinsen für die Ausleihung an Banken möglichst auf Null reduziert werden. Dass andere Marktsegmente, insbesondere die risikosensitiven, viel höhere Zinsen fordern, zeigt, dass sich hier eine toxische Mischung aufbaut, die das gesamte US-Finanzsystem zum Kollaps bringen kann. Gelang es noch bis September 2008 die Bilanzsumme weitgehend stabil zu halten, so ist diese in den Folgemonaten um mehr als 50% nach oben geschossen. Die Fed hat weniger riskante Staatsanleihen in ihrer Bilanz mit Hochrisikoanlagen substituiert. Dies zeigt, dass das Notenbanksystem einen Phasenübergang vollzogen hat hin zu einem Junk Bond-System, welches, wenn die riskanten Ausleihungen nicht zurückgeführt werden, unausweichlich zu einem völligen Kollaps des Dollar führen wird. Dies wird jedoch so lange nicht geschehen, so lange die Banken das zusätzlich geschaffene Geld horten und dieses nicht in Form von cash in die Wirtschaft weitergeben.
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US Federal Reserve