CEO-Interview Dubai Internet City | Donnerstag, 19. Februar 2009 | 59599

"Wir schätzen das Marktvolumen bei Ausgaben im ICT-Bereich in den arabischen Golfstaaten auf 13 Mrd. Dollar. Wir möchten aber nicht nur die Zahl der Firmen steigern. Vielmehr wollen wir die Art der Produkte und Dienstleistungen erweitern. Wir würden gerne neben den zahlreichen Vertriebsspezialisten mehr Unternehmen mit Schwerpunkt Forschung und Entwicklung gewinnen."



Malek Sultan Al-Malek, CEO Dubai Internet City

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 Malek Sultan Al-Malek, Executive Director, Dubai Internet City (DIC).
 

Eine andere Freihandelzzone, die Dubai Outsource Zone, hat nach Angaben ihres Chairman Ismal Naqui mehrere indische Programmierer und Call Center-Spezialisten verloren, weil sie von den hohen Lebenshaltungskosten in Dubai abgeschreckt und von besseren Konditionen in ihrer Heimat zurückgelockt wurden. Ist dieses Phänomen auch bei Ihnen vorhanden?

Das können wir für die DIC nicht bestätigen. Das Outsourcing-Modell ist auch nicht wirklich mit dem intergrierten ICT-Konzept, auf das wir abzielen, vergleichbar. Ein Call Center-Agent ist auf eher auf der unteren Gehaltsskala anzusiedeln, ein IT-Engineer verdient eher auf der oberen Skala.

Die DIC wurde vor acht Jahren gegründet. Im Jahr 2000 war das Internet noch relativ jung, heute sind der Gebrauch von E-Mails und des WorlWideWebs aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Ist der Name Internet City damit nicht obsolet?

Das würden wir nicht so sehen. Nehmen Sie die Elektrizität. Ist sie auch obsolet, nur weil sie im Jahr 1780 zufällig entdeckt wurde? Die Internet City ist eine Marke, an der jeder sofort erkennen soll, welche Art von Unternehmen vor Ort sind. Deshalb schwebt uns auch keine Namensänderung vor.

Das Konzept der integrierten Free Zones ist so erfolgreich, dass sie es sogar unter dem Namen SmartCity exportieren wollen?

Ja, auf der Mittelmeerinsel Malta und im südindischen Kochi werden die ersten „Exportversion“ der DIC entstehen, die als integrierte Hightech-Stadt Technologiefirmen und IT-Spezialisten sowohl eine moderne Arbeitswelt als auch ein Zuhause mit hoher Lebensqualität bietet. Wir stehen dem Projekt beratend zur Seite. Die Realisierung wird aber von einer eigens geschaffenen Smart-City-Gesellschaft geleitet. Aus diesem Grund  können noch nicht sagen, in welche weiteren Regionen wir expandieren werden. Aber vielleicht gibt es ja auch eines Tages eine SmartCity in der Schweiz.

Herr Al-Malek, haben Sie vielen Dank für das Gespräch.


Der Gesprächspartner:
Malek Sulatan Al-Malek wurde am ersten April 2008 zum Executive Director der Dubai Internet City (DIC) berufen, die zum Portfolio der Technologie-Freihandelszone Tecom gehört. Die Tecom ist eine Tochtergesellschaft der staatlichen Dubai Holding, hinter der die Herrscherfamilie Al-Maktoum von Dubai steht. Zur im Jahr 2000 gegründeten DIC gehört Al Malek seit 2001. Der Emirati stiess damals als Partner Relations Manager hinzu und engagierte sich auch in Initiativen ausserhalb seines Bereichs, etwa von 2003 bis 2005 bei der Planung des jährlich stattfindenden Dubai Shopping Festivals (DSF). Er hält einen MBA der der Bardford University. Um von Bits und Bytes, Einsen und Nullen abschalten zu können, widmet sich Al Al-Malek in seiner Freizeit arabischer Poesie und dem Fussball.

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