Basler Kantonalbank | Mittwoch, 13. August 2008 | 51874

"In den markanten Kursrückgängen seit Anfang Jahr ist bereits viel vom Konjunkturabschwung enthalten. Wir sind der Meinung, dass der SMI Potential bis 7'800 Punkte per Ende Jahr hat."



Hans Rudolf Matter, CEO Basler Kantonalbank

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 Hans Rudolf Matter, CEO Basler Kantonalbank
 

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Die BKB ist zur grossen Mehrheit noch in Staatsbesitz. Denken Sie nicht daran den Freefloat einmal zu erhöhen?

Die Basler Kantonalbank verfügt aktuell über den grössten Marktwert aller börsenkotierten Kantonalbanken. Dies beweist, dass es uns gelungen ist, mit den aktuellen Besitzverhältnissen nachhaltigen Mehrwert zugunsten unserer Eigentümer zu erzielen. Eine Änderung ist deshalb nicht angezeigt.

"Die Kunst ist es, weitere Kundengelder anzuziehen sowie neue Kunden von unserer Bank zu überzeugen und langfristig zu halten" Hans Rudolf Matter, CEO Basler Kantonalbank

Mit welchen absehbaren Herausforderungen rechnen Sie für Ihr Haus in den kommenden Jahren?

Wir werden auch in Zukunft mit einem dynamischen Umfeld rechnen müssen. Für den Konzern ist es deshalb enorm wichtig, dass wir uns dafür mit einer schlagkräftigen Infrastruktur rüsten müssen. Mit der anstehenden Migration auf die Universalbankenlösung von Avaloq können wir den Business-Anforderungen beider Banken optimal Rechnung tragen. Die hohe Flexibilität der Avaloq Lösung stellt zudem eine künftig noch raschere Anpassung an sich verändernde Marktbedingungen sicher. Die Arbeiten laufen mittlerweile auf vollen Touren - soweit ist alles "on track". Zudem bietet die aktuelle Marktsituation attraktive Chancen, die wir gezielt wahrnehmen wollen und die so zum nachhaltigen Wachstum des Konzerns BKB beitragen. Die Kunst ist es, weitere Kundengelder anzuziehen sowie neue Kunden von unserer Bank zu überzeugen und langfristig zu halten. 

Der PS der BKB hat seit einem Jahr im Vergleich zum SPI-Bankenindex (der um rund die Häfte einbrach) sehr gut gehalten. Warum waren BKB-Investoren auf der sicheren Seite?

Die Basler Kantonalbank verfügt als Universalbank für die Bevölkerung und für die Unternehmen der Region Nordwestschweiz über eine starke Marktposition - wobei die Region weiterhin von einem überdurchschnittlichen Wachstum profitiert. Darüber hinaus verfügen wir mit einem starken Standbein im Private Banking und im Firmenkundengeschäft sowie mit einem vollausgebauten Handel über eine hervorragende Ertragsdiversifikation. Mit der Mehrheit an der gesamtschweizerisch tätigen Bank Coop ergibt das attraktive Entwicklungsperspektiven im Konzern. Der Konzern BKB zählt nach Bilanzsumme zur Gruppe der zehn grössten Schweizer Banken und verfügt dank starker Eigenmittel-Basis über eine grosse Solidität. Generell handelt es sich bei unseren PS-Inhabern hauptsächlich um langfristig orientierte, auf Sicherheit bedachte Anleger. 

Allerdings ist das KGV mittlerweile auf 22 angestiegen. Spricht das nicht für eine anstehende Korrektur?

Es ist korrekt, dass wir für das Stammhaus ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 22 ausweisen. Werden hingegen die Ergebnisse des Konzerns exkl. Drittaktionäre zugrunde gelegt, errechnet sich für den BKB-PS ein KGV von 15. Sobald sich das Umfeld und damit die Erträge aus dem Kommissionsgeschäft sich wieder normalisieren, ist dies eine attraktive Bewertung.

Wie ist Ihre Einschätzung des gegenwärtigen Börsenumfelds?

Auf den aktuellen Niveaus würden wir Aktien nicht abbauen und empfehlen eine neutrale Aktienquote. In den markanten Kursrückgängen seit Anfang Jahr ist bereits viel vom Konjunkturabschwung enthalten. Wir sind der Meinung, dass der SMI Potential bis 7'800 Punkte per Ende Jahr hat. Die Kurserholung könnte gegen Ende Jahr durch die sich im Konjunkturzyklus weit fortgeschrittene USA und deren Leitbörse ausgelöst werden.

Für Anlagekunden empfiehlt der CIO Ihrer Bank Matthias Wirz, die Investition in den Rohstoff Wasser. Wie verhindern Sie, dass dabei mit der existenziellen Not der ärmsten Menschen ein Geschäft gemacht wird?

Wir achten bei Anlageempfehlungen extrem auf Nachhaltigkeit. Nicht alles, was unter dem Label "nachhaltig" verkauft wird, ist es auch. Über eine Milliarde Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Wasser, rund zwei Milliarden Menschen sind ohne genügende sanitäre Grundversorgung. Anlagen in Unternehmen, welche in diesen Bereichen Infrastruktur, innovative Produkte und Dienstleistungen zur Verfügung stellen, können davon profitieren und die Wasserknappheit deutlich reduzieren. Nachhaltigkeit heisst deshalb auch nicht Renditeverzicht. Anders sieht es jedoch z.B. bei Spekulationen in Grund-Nahrungsmittel aus.


Der Gesprächspartner
Hans Rudolf Matter absolvierte seine Studien in in Volks- und Betriebswirtschaftslehre an der HSG bzw. Universität Basel mit dem Abschluss lic.rer.pol. Seit 2004 ist er Direktionspräsident der Basler Kantonalbank. Zuvor war er u.a. Vorsitzender der Geschäftsleitung Bank Coop (2001-2004) sowie Mitglied der Geschäftsleitung als Bereichsleiter Privatkunden bei der Basellandschaftlichen Kantonalbank (1995-2001). Hans Rudolf Matter ist verheiratet und Vater von einem Sohn und einer Tochter.

Das Unternehmen
Die Basler Kantonalbank ist in Basel und der Regio als Universalbank tätig. Sie ist ein Institut mit Staatsgarantie. Das Privat-, das Anlage- und das Kommerzkundengeschäft zählen zu den Kernsegmenten der Basler Kantonalbank. Die Dienstleistungen werden über ein dichtes Filialnetz (19 Standorte) für die Bevölkerung und die Unternehmen der Region Nordwestschweiz erbracht.

Darüber hinaus wird die Schweizer und internationale Private-Banking-Klientel durch Einheiten in Basel, Zürich und Olten betreut. Dienstleistungen für grosse Firmenkunden, Institutionelle und Banken werden mit Spezialistenteams von Basel und Zürich aus in der ganzen Schweiz erbracht. Die Basler Kantonalbank hält seit 2000 die Mehrheit an der gesamtschweizerisch tätigen Bank Coop beteiligt. Die Bank verfügt mit AA+ über ein ausgezeichnetes Rating von S&P.

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